L-nntag, den 30. Januar 18«/,
Fuldser
Altung
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reife Schönheit.
Aber er hat bereits Kenntmß davon,
Unerklärlich, wenn Leopold wirklich wie der nach Frankreich zmückgekehrt ist, und t.i. ' wenn er von den Anordnunaen seine«
sehen, und schon damals war sie eine früh« , Vater» Kenntniß hat!" 9
»Nun ja, zwanzig Jahre höchstens."
„Dann fügen Sie noch vier Lustren bei mein Bester. Vor zehn Jahren schon habe ich sie hier an derselben Stelle spielen
ja, Mademoiselle de Savigny hat bereits i zwei Briefe von ihm erhalten."
* „Hm," murmelte b'Aubery, „ohne Zwei
fel ist hier wieder irgend ein Gebeimniß ! verborgen, wobei vielleicht dieser weibliche j Dämon wieder feine Hand im Spiele hat, I dessen Spuren seit einigen Jahren verlo« j ren gegangen find.
Der Artillerie ■ Officier, welcher dieser Unterhaltung zugehört hatte, wandte sich ; an d'Aub4ry und frug:
„Also hat der Graf Leopold de Vaillan. pont Algerien wnklich verlassen? Ich habe nämlich sagen hören, daß die Araber ihn gefangen genommen hätten, und daß man seitdem nicht wisse, was au» ihm geworden ist."
I sehen wir uns zum Schlüsse noch die bunte politische Musterkarte an. Da finden wir zunächst Gambetta im Strahlen- glanze seiner Glorie, stolz fußend auf dem Resultate der Gemeinbuathswahlen, wiedergewählt als Kammerp! äsident. Der Sieg
I ist ihm aber in den Kopf gestiegen und hat auf die Zunge so stark ringewirkt, daß ihn da» Red. fieber befiel. In der Dkputirten« kammer verlas er eine „Thronrede", — tr, der König von Volkes Gnaden — und wie den Handelsreisenden in Cherbourg, so hielt er den Weinhändlern und Buch- druckern in Paris politische Reden, nur etwas vorsichtiger wie früher. „Die Demo- kratie steht so fest wie ein Königsthron —
I und der Friede ist gesichert, so lange es uns paßt!" .... Wie lange mag aber noch der Friede zwischen Griechen und Türken geficheit fern? Etwa so lange al» Barthvlemy Noten schreibt und bis alle Schiedgerichis-, Conferenz- und sonstigen Versuche gescheitert find? Stolz lobe ich mir die Gruchen, die nichts weniger wollen, als den Sturz der Oemanen und eine neue Dynastie mit Mwhat Pascha an der Spitze. Man fi.ht, es rollt doch etwas von dem Blute des Leon,das und Hector in den Zungenadern der Neugriechen! Wenn sie nur nicht eine türkische Maul- schelle al» Pflaster drauf bekommen.
«Aber nicht blo» die stolzen Hellenen könnten sich den Mund verbrennen und ihr vorlautes Gebühren bitter bereuen, — auch Parnell, der Führer der irischen Land- li.a, hat sich im englischen Parlamente
„Ich erinnere mich nicht, sie je gesehen zu haben."
? Sonderbar! Erinnere Dich doch an den Park von Brüssel, an jenem Tage, wo wir unserem armen Leopold begegneten, l und an welchem wir Anna Badon wieder- erkannten. Nun wohl, diese Freundin, mit welcher die abscheuliche Intrigantin plauderte, ist die Schauspielerin, die wir hier vor uns sehen. Hätte ich meine Lorgnette gebraucht, so würde ich sie gleich Anfang« erkannt haben. Apropos, hast Du keine Nachrichten von Hachevrlle während
- meiner Abwesenheit erhalten?"
I »Alles, was ich weiß, ist, daß der alte Graf sich nach Barvoifau hat bringen las- : sen, und daß er vor noch fünf oder sechs - Tagen seinen Sohn erwartete, dem er ! verziehen zu haben schri- t."
„Sie haben gehört, was Eugen uns gesagt hat. Ich weiß auch darüber nicht mehr, als man mir mitgetheilt hat. Der letzte Brüf, den ich von Leopold erhalten habe, datirt feit länger als acht Monaten, und nur inbirect hat man von ihm vor einigen Wochen Nachrichten bekommen.
„Sie standen also in Correspondenz mit chm?" frug der Officier.
„In den letzten Jahren weniger, aber zu Beginn seines Aufenthaltes in Amerika hat er mir oft geschrieben."
„Einer, der, wenn er seine Memoiren
Di- Heldir» --- Böse«.
«ach dem Französischen von I. Rüttge rs.
(Fortsetzung.)
XXIV.
Versetzen wir uns jetzt auf« Neue tn's Theater zu Lille, in dieselbe Loge, in welcher wir zum ersten Male den jungen Grafen Leopold de Vaillantpont angetros- fen haben. '
Heute findm wir in derselben Herrn dÄuböry, Eugen Ricourt, einen Artillerie- Major und zwei oder drei junge Leute, Freunde Eugen'S.
Der erste Act eines neueren Drama's war fast zu Ende und mächtige Beifalls, falven belohnten eine junge Tänzerin für ihr herrliche» Spiel und ihr gewandte«, anmuthige« Auftreten.
„Es ist ein Talent, das sich herrlich zu entfalten verspricht," sagte Eugen.
„Sie halten sie also noch für jung?" warf der Militär ein.
d.nL7'b""'^nichs! । i*e ®«s*" 5Da sollte z. B. der liberale Senator d e Lhoneux in Huy (Belgien) aus der Partei ausgestoßen werden, weil er feinen Sohn in einem Jefuitencolleg erziehen löfjt I Ist das Freiheit und Toleranz des Liberalismus ober Tyrannei? Unb wie ärgern sich bie belgischen Radikalen, daß da» Zuchtpolizeigericht in Courtrai von den zehn Angeklagten im Heuler Proceß sieben freisprach, sogar den Vicar, und nur drei Leute wegen einfacher Beleidigung der Gensdarmen, nicht wegen Aufruhr und Widersetzlichkeit, zu kleinen Haststrafen ver> urtheilt.! Da sehen wir, daß der.schlimmste Fanatismus, bet blmbeste Haß bort zu - fu$en ist, wo für „Cultur, Toleranz unb | Humanität" gestritten wirb. Unb wie muß e« erst bie Liberalen ärgern, baß bei Papst immer mehr Freunbe gewinnt! Mit dem nichtchristlichen Sultan steht der hl. Vater auf gutem Fuße ; mti Rußland hat er Frieden geschlossen, — unb herrliche Worte widmen ihm bie spanischen Cortes in der Adresse an den König! Je seltener es heutzutage geschieht, baß Volksvertretungen so sprechen, um so freubiger berühren jeden Katholiken solche offene, wackere I Worte. Manches ist in Preußen - Deutsch, land spanisch; hörten wir einmal im Reichs- unb Lanbtag solch spanische Worte, manches wäre besser!
Bisher bewegten wir uns auf eiskaltem unb glattem Boden, wo Herzlosigkeit und I Unverstand frisch pulsirendes Leben er- starren macht und ber Reif fanatischer '
Während dieser Worte hatte Herr d'Au« bäry feinen Theaterzettel nachgesehen.
„Palmyra, Palmyra," sagte er, „er ist richtig, ich erkenne sie jetzt wieder. Und Du, Eugen?"
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Volitis che Streifzüge.
Nachdruck verboten.
Auch sich selbst bin auf der der glat. ten Eisdecke der Politik ausgeglitten, — ich habe nämlich beim großen Ordens- feste kein einziges rothes Bändchen bekommen und- wie in der Kölner Dombaulotterie so auch hier eine Niete gezogen. Nun, ich tiöste mich, da ich am Knopflochfieber nicht leide; aber die offenen Knopflöcher haben schon viel Unheil in ber Welt angerichtet, nnb ich glaube gern, baß sie manche scharfe Maßregel gegen Bischöfe, Priester, Nonnen unb Redacteure in den „unteren kronenordenlustigen Executive fphären" auf dem Gewissen haben. Mancher ist wohl deshalb fo stramm gewesen, weil sein Knopfloch so hungrig war, wie jetzt die Spatzen und Raben. 8
3° ia> da bin ich durch die Knopflöcher wieder auf den „Culturkampf»"eifer ge. kommen, und dieser Eifer, ber eine Mischung von Kirchenhaß unb Liebäugeln nach oben war, artete manchmal in den hochgrabigsten Fanatismus au«. Es gibt auch Ultra- montane, bie hie unb ba in ihrem Eifer für bie gerechte Sache zu weit gegangen
in der Expedition, Canalstraße Nr.^38o/auswärtS bei ben ^stämtern^ a6onnitt gegen Vorausbezahlung zu Fulda
60 auswärts bei »en Postämt"n: he? der Post^bgehott ^"Mark^und^o^«"«s'a6 atä8l““JWiefiM flttnaerfoljnin eineäftarluni tflggblätter' der Fuldaer Zeitung kosten vierteljährlich in %ulZ ?0 «L «53S« JÄÄ l » . ^.^irten Sonn.