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Mittwoch, den 26. Januar 1881

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<Q> Der Aufstand in Süd-Afrika.

Kaum ist der Zulukrieg beendet, so ist schon wieder ein anderer Krieg an der Südspitze von Afrika ausgebrochen, der vielleicht noch mehr Opfer kosten wird, ol­der Krieg gegen die Zulu., Es handelt sich um den Aufstand der Basuto und zur selben Zeit auch um einen Krieg gegen die sog. Transvaalrepublik, die seit 1877 unter englischer Herrschaft steht.

Am Aufstand der Bafuto trägt die Eo« lonialregierung am Kap allein die Schuld, trotzdem dieselbe von der englischen Re« gierung mehr als einmal gewarnt worden war. Deshalb sind auch Whigs und Tor­ri» einig in Verurtheilung der Politik de» Kap-Ministerium«. Die Bafuto waren von jeher die erbittertsten Feinde der Engländer. Viele unserer Leier werden sich noch erin­nern, daß ihr großer Häuptling Moshesh ein noch größerer Schrecken der Engländer war, al» selbst Ceiywayo, der Zulukönig, auf der Höhe seiner Macht und seines Einfluffe». Als dann die Bafuto gerecht und freundlich behandelt wurden, fügten sie sich den Engländern. Die Zeit wäre nicht mehr fern gewesen, wo diese Politik ihre Früchte getragen hätte und auch die Ba-

suto, nicht nur nominell, zu England gehört hätten. Alle Berichte melden übereinstim­mend, daß sie in den letzten paar Jahren große Forschritte in der europäischen Ci- vilisation gemacht hätten. Wenn man nicht so oft und mit Recht den Berichten der anglikanischen Missionäre mißtrauen müßte, könnte man annehmen, daß der Protestan- ti»muö unter ihnen große Fortschritte ge­macht habe. In den letzten Jahren haben die Basuto sich mehr der Industrie und dem Ackerbau gewidmet. Als der Zulu­krieg die englischen Kolonien am Kap in Frage stellte, waren die Basuto die besten und treuesten Freunde der Engländer. Da sie zu Fuß und zu Pferd gleich gut kämpf­ten, leisteten sie, namentlich zu Ausgang de» Krieges, unberechenbare Dienste. Mehr als einmal sprach die englische und die Colonialregierung ihnen hierfür ihren Dank aus. Um so unbegreiflicher bleibt e», daß das Kapministerium unter Sprigg die Ent­waffnung der Basuto anordnete und zwar am selben Tage, an dem sie noch von ihren Waffen gegen die Feinde der Eng- länder Gebrauch gemacht hatten.

Es ist erklärlich, daß die Basuto-Häupt- linge einen solchen Befehl für ungerecht hielten und daß sie mit ihrer Klage recht hatten, die weißen Männer am Kap hätten dieselbe Belohnung und dieselbe Strafe für ihre Freunde und Feinde. Ein weiterer Grund des Ausstandes folgt aus der Natur der Sache. Es gab unter den Basuto, welches Wort eigentlich nur der Eollectiv- name für alle Brtschuanes ist, noch immer Stämme, die von einem Anschluß an Eng

land Nichts wissen wollten. Wenn jene den Engländern freundlichen Stämme die Waffen auch hätten niederlegen wollen, sie hätten es aus Furcht vor den anderen Stämmen nicht thun können und wurden deshalb nur um so leichter dazu vermocht, den wilden Traditionen der Basuto zu , folgen, statt den Engländern sich zu fügen.

Als dann die Post täglich neue Berichte \ brachte, wie gewaltig die Rebellion um sich greife und wie schrecklich die Basuto mit I den den Engländern freundlichen Stämmen verfuhren, da erkannte wohl auch die Co­lonialregierung ihren Jrrthum. Aber es I scheint die Meinung des KapministeriumS l gewesen zu fein, daß, wenn einmal ein i Krieg begonnen fei, dann derselbe auch, - koste e», was er wolle, rasch und kühn be­endet werden müsse.

Der seitherige Verlauf de« Krieges hat gezeigt, daß die Regierung am Kap sich hierin gewaltig verrechnet hat, daß die Ba­suto weit davon entfernt sind, wie man meinte, ganz zurück in den Elementen der Tactik zu fein. Die Basuto sichten ähnlich, wie die Dragoner zur Zeit de» dreißigjäh­rigen Krieges. Sie reiten so nahe als möglich an die Colonialtruppen heran, käm­pfen dann zu Pferd, wenn sie so zu reus- firen glauben, ober springen ab und eilen vorwärts, indem sie jede Unebenheit des Bodens zur Deckung benutzen. Sie schwin­gen dann entweder ihre Lanzen vom Pferde au» oder fechten in ihrer wilden und ge­fährlichen Weise zu Fuß. Wie der Blitz stürmen sie heran und ebenso schnell ver- sckwmden sie auch wieder. Hierdurch wer-

20 Die Heldin des Bösen.

Nach dem Französischen von I. Rüttgers.

(Fortsetzung.)

,,Jch theile Deine Besorgniß nicht, und soeben habe ich dem Briefträger einen Brief an Leopold übergeben, in welchem ich ihm mittheile, daß er ohne Sorge hierhin zu­rückkehren kann, daß Alle» vergessen ist. Oh, ich kann mich nicht mehr vor Freude halten bei dem Gedanken, ihn wiederzu­sehen; aber ich muß jetzt zu unserer Mut­ter und ihr Alle» erzählen."

Während sie ging, murmelte der junge Mann bei sich:

„Hm, unsere Mutter wird Deine Freude schon ein wenig dämpfen. Ich habe nicht wenig Spaß an dieser ganzen Geschichte, obwohl ich durch diese Rückkehr nur ver­lieren tonn, denn die Schlösser, die Laura erben sollte, verwandeln sich jetzt in Luft­schlösser, und doch hätte mir da» gute Mäd­chen sonst schon von Zeit zu Zeit ein Tau­send - Franken > Billet in die Hand drücken können. Aber unter allen Geheimnissen der garten Schöpfung ist eine Frau am Schwer­sten zu begreifen. Wenn ich Laura sehe, wie sie sich so freut, so kommt sie mir vor, wie ein General, der einen Triumph­

gesang ar,stimmt, nachdem er eine Schiacht verloren hat."

Am folgenden Morgen faß die Baronin de Savigny mit ihrer Tochter in einer Laube de« Garten» von Hacheville.

„Was sagst Du mir da, Laura?" meinte ' sie kopfschüttelnd. „Ganz sicher erfreut sich der alte General nicht mehr vollständig feines Verstände«. Streng genommen frei­lich kann ich mir seine Gestirnesänderung noch erklären, soweit sie Leopold betrifft; daß der alte General aber nach Barvoisau zurückkehren will, — das begreife ich in der That gar nicht. Er konnte Gründe haben, um Barvoisau zu. verlassen; ober ich sehe nicht ein, wie er solche auch haben ! könne, dorthin jetzt zurückzukehren; ganz im

Gegentheil--"

„Und doch, liebe Mutter, verhält sich die Sache wirklich so; er will, so sagte er, an dem Orte sterben, wo er da» Licht der j Welt erblickt, wo er einen großen Theil seine» Lebens zugebracht hat, unv wo die sterblichen Ueberreste seiner Frau und sei­ner Ahnen ruhen."

„Alle diese seltsamen Veränderungen be­weisen, daß sein Zustand sehr bedenklich ist. Jndeß, wie dem auch sei, es versteht sich von selbst, daß ich nicht mit Dir ge­hen werde. Ich will lieber hier wohnen

bleiben, als in dem allen, düsteren Schloffe Ich bin nicht abergläubisch, aber all' diese alten Sagen haben mehr oder weniger auf meinen Geist eingewirkt, und ich würde beständig da» Gespenst dieses alten Kloster­bruder» um mich herum sehen, der ja dort, wie die Bauern in der ganzen Umgegend dort sagen, umgehen soll. Dann, wenn der Wind Über die Zinnen dahmstreicht, würde ich da» Klirren di» Todtenglöckchen» zu vernehmen glauben, das von selbst beim Tode eines jeden Vaillantpont ertönen soll. Dazu macht diese Cornelia, die alte Bett­lerin, welche unaufhörlich Barvoisau um­schwärmt, einen möglrchst unangenehmen Eindruck auf mich. Ich blk'be also, wo ich bin." In diesem Augenblicke trat Ma­dame d'Aulneux auf Mutter und Toch­ter zu.

Die Baronin theilte ihr ihren Entschluß mit, Hacheville nicht zu verlassen; die Witlwe nickte beifällig zu.

Dann wandte sich Madame de Savigny an Laura, indem sie mit einer gewissen Bitterkeit sagte:

„Und wie steht es mit den Maßregeln, die Dein Onkel zu Deinen Gunsten getrof­fen hat? Du sagst mir nicht, ob er sie, ja oder nein, geändert hat, seitdem er ent«