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Donnerstag, den 20. Januar 1881.
Jfulhiirr
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?? Zum Kapitel von dem sogenannte« »Verstand der Thiere"
wird in der Zeitschrift.Daheim', Jahrgang 1878 Nr. 19 von Herrn LH. Schumann (in Tremmen bei Nauen) folgen- der interessante Fall erzählt und — erklärt, der allen denjenigen zu genauer und gründlicher Erwägung empfohlen zu werden verdient, welche für auffallende Erscheinungen aus dem Seelenleben d" Th irre eine fach- und wahrheitge- mäße Erklärung suchen.
«Ich habe zwei Hunde, einen kleinen hochbeinigen Stubenhund und einen ziem« llch großen Hofhund. Unmittelbar an den Hof schließt sich der Garten an, in den man durch eine niedrige Lattenthür tritt, welche durch eine auf der Hofseite befind, liche und durch einen Druck von unten nach oben sich öffnende Klinke geschloffen, aus- serdem aber noch durch eine auf der Gar- tenseite befindliche und an den Thürpfosten festgehakte Schnur gehalten wird. Hier nun konnte man, so oft man wollte, Folgender sehen. Sperrte man den kleinen Hund in den Garten und er wollte wieder heraus, so stellte er sich an die Pforte und bellte. Sofort lief dann der auf dem Hose sich befindende große Hund herbei und hob mit der Nase die Thürklinke in die Höhe, während der kleine auf der Gar- tenseite in die Höhe sprang, und die Schnur mit den Zähnen faßte und durchbiß; wo- rauf dann der große die Schnauze zwischen Thür und Pfosten klemmte, die Thür zu- rückfchob und den kleinen herausließ. Jeden-
i?e?cn' J0,,eiItc er sofort zu ihm. Geschah dies Bellen im Garten, so öffnete er die Psorte, um hineinzukommen. Indem aber der kleine, welcher heraurwollte, sofort beim Aufgchen der Pforte zwischen seinen Füßen hindurch herauslitf, so blieb er auch auf dem Hofe, und entstand so der Sch ein, als sei er hingelaufen mit derAbsicht, ihn heraus zu lassen.
(Schluß folgt.)
falls scheint doch hier bei den Hunden Ueberlegung zu walten.
Dennoch aber und obgleich die Hunde hierzu ganz von selbst, d. h. ohne alle menschliche Anleitung gekommen sind, bin ich in der Lage nachzuweisen, daß sich das Ganze nur aus zufälligen Erfahrungen zu- fammenfetzt, denen die Hunde, ich möchte sagen bewußtlos, folgen. Der Hergang ist nämlich folgender:
Als der große Hund noch jung war, wurde es ihm gestattet, gleich dem kleinen in den Garten zu gehen, und deshalb war meistens die Thüre nicht eingeklinkt, sondern nur angelehnt. Sah er nun jemand hinein- I gehen, so folgte er, indem er die Schnauze zwischen Thür und Pfosten zwängte und die Thür auf diese Weise bei Seite schob. Als er groß geworden war, verbot ich ihn mitzunehmen. Es wurde nun die Thüre eingeklinkt. Natürlich wollte er nun folgen, I venn jemand hineinging, und versuchte auf I die alte Weise zu öffnen, was aber nicht mehr angtng. Da geschah es denn ein- mal bei diesen Versuchen, daß er mit der Nase etwa» höher fuhr und von unten ge- I gen die Klinke stieß, so daß diese sich aus dem Haken hob und die Thüre aufging. Von da ab machte er immer die nämliche I Kopfbewegung an der Thür und natürlich | mit demselben Erfolge. Er verstand nun die eingeklinkte Thür zu öffnen.
Nun aber war der kleinere Hund, als I der ältere, sein Lehrmeister in manchen Dingen gewesen, namentlich im Verfolgen von Katzen und im Fangen von Mäusen I । und Maulwürfen. Hörte er ihn irgendwo | i
Deutsches Reich.
CPO. Berlin, 18. Jan. Im Abge- ordnetenhause wurde gestern die zweite Be- I rathung des Cowpetrnzgesetzes fortgesetzt und zu Ende geführt. Die Debatte bot jedoch wenig allgemeines Interesse. Die I Titel Sparkassen- und Synagogenangelegenheiten, Sanität«- und Veterinär-Polizeiliche Einrichtungen, Wegepolizei wurden unverändert nach den Commission-beschlüssen an- ! genommen. Bei dem Tit. Wasserpolizei § 58, wonach der Kreis- (Stadt-) Ausschuß über Anträge auf Verschaffung von Vor- fluth bestimmt, und in dem die hierbei zur Anwendung kommenden §§ des A. B.-R. und der Specialgesetze bezelchnet sind, beantragt Abg. Dirtchlet Wiederherstellung der Reg.-Vorloge, welche das schiedsrichterliche Verfahren bei Streitigkeiten zwischen Nach, barn der Competenz des Kreisausschuffes entzieht. Für diesen Antrag sprach sich auch der Adg. Reichensperger (Olpe) aus, indem er hervorhob, daß Kreis- rejp. Stadtausschuß meist nicht im Stande seien, die in Frage kommenden juristischen Schwierig-
Die Heldin de- Böse«.
Nach dem Französischen von I. Rüttgers.
(Fortsetzung.)
Bei dem Namen Leopolds erbleichte und erröthete Laura rasch nacheinander.
„Wie kommst Du," sagte sie mit be- wegter Stimme zu .ihrem Bruder, „zu Nachrichten von ihm?"
«Höre, kleine Schwester. Zunächst be- findet sich Derjenige, mit dem Du Dich aus unbegreiflicher Schwäche allzu sehr be- schäftigst, munter und wohl, trotz der Ge- fahren, denen er sich mehrere Jahre lang ausgesetzt hat.- Der große Dummkopf nämlich, nach dem er die schöne Stelle thörichter Weise aufgegeben, die im Herr bÄuböry in New-Orleans verschafft hatte, hat sich mit voller Lust in die Kämpfe gestürzt, die zwischen einigen amerikanischen Völkern und einigen kleinen Tyrannen entbrannt stnd. Immer derselbe Abenteurer, der nur nach Abenteuern hascht--"
„Nein, Charles, nach Aussöhnung, nach Ruhm — täusche Dich darüber nicht I" unterbrach ihn lebhaft das junge Mädchen.
«Mag sein; dann ist es ihm wirklich vollständig gelungen, wenn e« ihm um den Ruhm zu thun ist, denn er ist nicht blos schnell ein Capitain geworden, sondern er
hat sich auch dnrch eine Reihe von Thaten ausgezeichnet, die man als Heldenthaten I bezeichnet. Unglücklicherweise muß er äugen- - blicklich von Gestalt nicht sehr schön fein, ; denn er hat mitten im Gesicht einen Säbelhieb erhalten."
Laura, die vor Freude zu strahlen schien, rief entzückt aus:
„Gott sei Dank! Alle« da» wird schließlich seinen Vater entwaffnen und ihn bewegen, ihn wieder in seine Rechte als Sohn und Erbe einzusetzen."
Der junge Charles zuckte die Achseln.
„Das heißt," meinte er gleichgiltig, «Du wünschest dies. Du, der die Verwirklichung dieses Wunsche» ein beträchtliches Vermögen gleichsam vor der Nase wegnehmen würde? — Begreife da-, wer kann! In der That, meine Liebe» da» heißt doch allzu uneigenützig fein, ja ich möchte e» romanhaft nennen; denn schließ- lich interesfirt mich Leopold blutwenig, und Dich sollte er noch weniger interesfiren. E» ist jetzt 8 Jahre her, daß Du ihn nicht mehr gesehen hast, diesen Sonderbaren, und abgesehen davon, daß er nicht einmal ein hübscher junger Mann ist, vergiß seine Schramme nicht. — Wenn er übrigen« bi» jetzt da» Glück gehabt hat, den Kugeln der Mexikaner und Araber zu entgehen,
so ist e» ja noch immer sehr wohl möglich daß ein hinterlistiger Schuß ihm da» Lebenslicht ausbläst. — Frei heran« gesagt, e« würde mir gar nicht unangenehm sein, wenn Du da» Vermögen de» Alten - bekommen würdest, ich hätte dann wenig- • sten» Jemand der mir meine Börse spicken i und meine Schulden bezahlen könnte. Aber ; ich kann davon nicht mehr sprechen: sag' > mir einmal, wann werden wir zu Mittag speisen?"
„Um fünf Uhr, wenigstens an den Tagen, wo der General im Stande ist, sein Zimmer zu verlassen; da er indeß heute nicht im Stande ist, so werde ich auf der Trapperie speisen gehen, und Du wirst wohl mit mir gehen müssen."
„Nun gut, ich werde also hingehen, e» wird wohl morgen noch Zeit genug sein, Messire de Vaillantpont meine Aufwartung zu machen — ihn heute zu sprechen würde dazu für mich eine unangenehme Sache fein, ich müßte dann wieder viel sprechen, und doch habe ich dies schon satt. Auch will ich Dir gleich verrathen, daß ich auf der Trapperie eme Kehlkopf-Affection vorschützen werde. Ich will jetzt blo» zwei Worte mit der Köchin sprechen, denn mein Magen ist in diesem Augenblicke nicht ganz wie ich: er verlangt Arbeit."