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14.

den LS. Januar 1881.

Fuldaer Zeitung.

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O Bosnien und die Herzegowina.

Die Verhälinisse in Bosnien und der Herzegowina consolidiren sich mehr und mehr. Unter der tüchtigen Verwaltung österreichischer Beamten schreitet das Land in der Civilisation mit großen Schritten vorwärts. Im Vergleich zu den Zeiten vor der Occupatio» sind die Zustände himmelweit verschieden. Man hört jetzt fast nichts von Räubereien; die Post ver­kehrt ungehindert, die Verwaltung geht exact; man merkt nichts von einem Wider­streben der Bevölkerung. Die Muhame- daner haben sich in die neuen Verhältnisse hineingelebt und finden sich hierin ganz gut zurecht. Der Handel entwickelt sich immer mehr und herrscht lebhafte Geschäfts­verbindung mit Altösterreich. Kurzum es hat sich in überraschender Wcrse ein ooll- ständiger Aufschwung der Verhältnisse voll­zogen, die beiden Provinzen erweisen sich als eine ganz gute Acquisition für Oester­reich, welches nicht bloß einen ewigen Un­ruheherd aus seiner Nähe beseiligt und ein Hinterland für Dalmatien geschaffen, sondern auch einen der Civilisation wohl zugäng­lichen Landstrich erworben hat. Es dürfte nunmehr auch in weiteren Kreisen interes- firen, eine genaue Statistik der Bevölkerung der beiden Occupationsländer zu erfahren, wie solche gegenwärtig von der bosnischen Landesregierung in Serajewo ausgearbeitet wurde; darnach umfaßt in Bosnien:

1. Der Kreis Serajewo 1275 Ort­schaften ; 28,897 Häuser; 78,000 männ­liche und 71,000 weibliche Einwohner, zusammen 149,209 Seelen; darunter 78,344

Moslemin, 47,288 griechisch « orthodoxe Schismatiker, 21,298 Katholiken, 2216 Juden.

2. Der Kreis Banjaluka, 853 Ort­schaften; 26,897 Häuser; 100,874 männ­liche und 89,169 weibliche Einwohner, zu­sammen 190,043 Seelen; darunter 42.042 Moslemin, 114,534 Schismatiker, 33,164 Katholiken, 302 Juden.

3. Der Kreis Bthatsch 589 Ortschaften: 27,295 Häuser; 94,590 männliche und 82,126 weibliche Einwohner, zusammen 176,716 Einwohner; darunter 82,305 Moslemin, 89,256 Schismatiker, 5078 Katholiken, 77 Juden. In diesem Kreise findet sich die geringste Katholikenzahl

4. Der Kreis Travnik 1148 Ortschaften; 28,452 Häuser; 98,792 männliche und 85,612 weibliche Einwohner, zusammen 184,404 Seelen; darunter 58,243 Mos­lemin, 66,049 Schismatiker, 59,681 Katho­liken, 431 Juden.

5. Kreis Zwornik 1289 Ortschaften; 45,623 Häuser; 140,365 männliche und 128,155 weibliche Einwohner, zusammen 268,520 Seelen; darunter 122,411 Mos lemin, 115,257 Schismatiker, 30,212 Katho­liken, blos 35 Juden.

Die Herzegowina umfaßt: Kreis Mostar 1232 Ortschaften; 32,998 Häuser; 94.968 männliche und 84,580 weibliche Ein­wohner zusammen 189,548 Seelen; da­runter 65,268 MoSlemm, 64,377 Schis­matiker, 59,858 Kathoüken, 35 Juden.

Demnach finden sich in Bosnien und der Herzegowina zusammen in 1272 Gemeinden (43 Städte, 41 Märkte und 5042 Dörfer)

189,662 Häuser; 1,158,440 Einwohner, nehmltch 607,789 männliche und 550,651 weibliche. Der Confessson nach unterscheiden sie sich in 448,000 Mohamedaner, 496,761 griechisch-orthodoxe (Schismatiker), 209 391 Katholiken und 3429 Israeliten. Das mu- hamedanische Element ist noch sehr stark in Bosnien vertreten und verdient daher auch die volle Berücksichtigung. Die Bevölkerung hat sich im letzten Jahre durch Zuzug und Einwanderung stark vermehrt; namentlich zeigt sich ein Anwachsen der katholischen Bevölkerung. Die Regierung ist zur Zeit damit beschäftigt, im Einvernehmen mit der päpstlichen Curie die kirchlicheHrerarchie in Bosnien wieder herzustellen. An Militär hat das Land noch immer eine ansehnliche Besatzung; doch wird fort und, fort redu« cirt. Je mehr sich die Verhältnisse in den Occupationsländern consolidiren, desto we­niger nothwendig ist das viele Militär, und deshalb werden seit geraumer Zeit die Garnisonen mehr und mehr beschränkt, zu­mal ein Wiederaufleben der Unruhen nicht so leicht zu befürchten ist.

Deutscher -reich.

* Berlin, 17. Jan. Die Conserva- tiven brachten in der Budgetcommission ein Gesetz ein, wonach vorbehaltlich der Reform der Claflen- und classificirten Einkommen­steuer drei Monatsraten der Classensteuer und der fünf untersten Stufen der classi­ficirten Einkommensteuer in Zukunft außer Hebung gesetzt werden sollen. Die Erheb­ung von Communalzuschlägen zu dieser

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Die Heldin des Bösen.

Rach dem Französischen von I. Rüttgers.

(Fortsetzung.)

„Und weßhalb denn nicht Barvoisau?" frug der junge Mann. „Warum dieses Schloß so gänzlich der Verlassenheit preis­geben ?"

„Oh," antwortete Laura seufzend, „Onkel hat erklärt, daß er niemals seinen Fuß dahin setzen würde, denn dort erinnere ihn Alles an seinen unglücklichen Sohn, und besonders an seine letzte Unterredung mit ihm. — So bietet Barvoisau wirklich einen traurigen Anblick dar, es zerfällt buchstäb- lich in Trümmer, es ist zur Wohnstätte für Raben, Eulen, Ratten und andere böse Thiere geworden."

Charles de Savigny zuckte die Achseln.

„Man muß wirklich sagen," meinte er, „der alte General ist in der Thal ein Querkopf; freilich habe ich sagen hören, daß e» bei den Baillantponts immer solche eigene Käuze gegeben hat. Und hat Leo­pold selbst es nicht bewiesen, daß er so mir nichts dir nichts Allen zum Trotz, diese einfältige und für ihn und seine Familie unehrenhafte Ehe- schloß?"

Em trauriger Zug glitt bei diesen Wor­ten über da» heitere Antlitz Laura's.

„Ich bin sehr müde, liebe Schwester," sagte der junge Mann, „dazu auch sehr aufgeregt; Du würdest mir einen sehr großen Gefallen erweisen, wenn Du mir eine gute Flasche Rolhwein serviren wolltest."

Damit ließ er sich seiner ganzen Länge nach auf eine Bank fallen.

Einen Augenblick später kam Laura mit dem Begehrten zurück.

„Und Mama," sagte sie dann, „wann werde ich das Vergnügen haben, sie wieder hier zu sehen?"

„Roch viel zu früh, wenn es nach dem Willen ihres einzigen Sohnes ginge, denn sie ist zur Predigerin geworden — so sehr, daß sie mir jeden Tag einen Sermon von wenigstens einer Stunde lang hält.

„Und wann kommt sie denn?"

„Binnen zwei oder drei Tagen. — Ma­dame d'Aulneux!" — „Ich kenne diese Dame nicht."

„Richtig, ja, ich hatte nicht daran ge­dacht. Höre also, denn es handelt sich hier nicht um eine gewöhnliche Frau."

XV.

Charles de Savigny zündete sich nach­lässig eine neue Cigarre an, blies einige Rauchwolken in die Luft und fuhr dann

mit seiner gewöhnlichen Langsamkeit und Ruhe fort.

„Es ist wirklich keine gewöhnliche Frau diese Dame! Wisse also zunächst, daß sie die Wittwe eines Seeofficiers ist, den die Wilden, ich weiß nicht welcher Insel, mit Haut und Haar gefressen haben. Da« ist schon etwas, wa» Einen für ihr Schicksal, meine ich, sehr intrressirt. Dann wisse, daß Sie augenblicklich die Gesellschaftsdame unserer theuren Mutter ist. Es ist eine sehr hübsche Frau, deren Alter mir so zwi­schen vierundzwanzig und achtundzwanzig Jahren zu sein scheint. Sie hat einen sehr guten Ton, und in der Kunst, mit ihrer ganzen Haltung, ihrer Toilette und ihrem GesiLtsau-drucke Effect zu machen, ist sie eine vollendete Meisterin. Sie tanzt wie eine Sy phide, singt wie eine Patti, hat die schönsten Zähne von der Welt und einen Haarwuchs, den ein Frieseur mit ge­rechtem Stolze an seinem Ladenfenster zur Schau stellen würde. Sie liest wie ein Declamaiions-Proftssor und schreibt einen üppigen schwungvollen Styl. Endlich liest sie ihrer Herrin vor, führt ihre Correspon- denz, singt, um sie in den Schlaf zu wie­gen und zeigt sich voll Aufmerksamkeit ge­gen ihre zwei Hunde und drei Katzen."

„Wirklich Charles," sagte Laura, „Alle»,