Donnerstag, den 6. Januar 1881
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Erde aufgehoben; Mädchen-KvmrmNen,n
,2aura", sagte der junge Mann, da»
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Mädchen umarmend, „meine liebe kleine Laura I meine theure Cousine! Ich dachte, Du wärest schon seit langer Zeit verreist.«
„Mama ist hier und der kleine Karl auch," sagte sie, „wir find hier zu Besuch. Aber ich wußte nicht, daß Du kommen solltest, Onkel hat uns nichts davon gesagt; Du gehst ja noch nicht fort, nicht wahr? Du bleibst ja bei uns? Was bist Du groß und schön — und was bin ich froh, daß ich Dich antreffe.«
„Auch mich freut e», Dich zu sehen, meine kleine Freundin, aber ich muß so- gleich abretsen, man erwartet mich um sieben Uhr in Heidin. Sage mir Lebewohl und grüße Mama und den kleinen Karl von mir.«
„Oh, ich will mit Dir gehen bi« an'»
keine Mesalliance eingegangen. Für mich existirst Du fortan nicht mehr — auch nicht, wenn Du schon in der Familiengruft ruhtest, derer Du nicht einmal würdig bist. Kehre zu Deiner Tänzerin zurück und denke daran, daß Du von meinem Vermögen nie einen Centime zu sehen bekommen wirst; und müßtest Du auf meiner Thürschwelle Hunger» sterben. Ich werde e» so ein- richten, daß Laura de Savigny meine alleinige Erbin sein wird. Was auch geschehen möge, von Dir will ich kein Wort mehr hören. Du weißt jetzt, was ich Dir zu sagen habe. Nun geh'!«
Leopold kannte den Charakter seine» Vater» zu genau, um auch nur einen Augen- blick an eine Entgegnung zu denken. Er hatte diesen Sturm erwartet und hatte sich gesagt, daß er demselben früher oder spä- ter trotzen werde, aber nvch immer nicht l»eß er die Hoffnung fahren, welche ihn mesen ersten Schritt hatte thun lassen. Trotzdem ging er traurig und niedergeschlagen hinaus, nachdem er sich ehrerbietig verneigt hatte.
Heftig erregt, sah er die Bilder seiner Ahnen, welche in einer langen Gallerte hingen, die er durchschreiten mußte, um in'» Freie zu gelangen.
IV.
Als Leopold gerade im Begriffe stand, sich zu entfernen, ertönte in seiner Nähe ein Schrei der Freude und der Ucber- raschung, und einen Augenblick später warf sich ein junges Mädchen von elf bis zwölf Jahren mit Ungestüm in feine Arme.
„Leopold! Mein lieber Vetter Leopold!« rief das junge Mädchen.
Der große Görres sagt: „Die Schuld von Nationen verjährt in Jahrhunderten nicht I" Frankreich ist ein Beispiel dafür, nachdem es durch die Raubkriege Ludwigs XIV., durch die Maitressenwirthfchaft seines Nach- t folger», durch die Revolution von 1789
«i H und den Königrmord von 1793 sich urige- j. heure Schuld aufgeladen. Die junge Re- publik, deren geheimer Leiter der Kirchen- Hasser Gambetta ist, befindet sich in einem I wirbelnden Orkane. Die legitimistifche Par- r tei ist ohnmächtig; die republicanifch-libe- rale Partei befindet sich am Ruder, und die radikale ist im Begriffe, ihr über den - Nachdem man dir allge-
meine Amnestie am 21. Juni proclamirt Hj und alle Communards aus Neucaledonien ij* hatte zurückkehren lassen, ward die Haupt- stadt und da« Land eine Beute der ver- «egensten Elemente, die offen der, Tyrannen- mord fordern und Alle» umstürzen wollen.
> nachsichtig man gegen diese Verbrecher SS'nll verfuhr man gegen die !
Gott geht mit dem Umsturz aller Ordnung auf Erden stet» Hand in Hand.
Große» Fiasco machte England im vorigen Jahre; seine jäußere Politik war, «ie früher schon angedeutet, reich an Enttäuschungen und Mißerfolgen, reicher aber noch seine innere. In Folge der im März und April stattgehabten Neuwahlen ward da« conservative Cabinet de» Lord Beacon«. field (DiSraeli) gestürzt, und ein liberale« Ministerium mit Gladstone an der Spitze trat an seine Stelle. Wie gewöhnlich bei Wahlen wurde gewaltig gewühlt und entsetzlich auf den Gegner geschimpft; Beaconsfield, der doch der Königin Victoria die indische Kaiserkrone verschafft und dem britischen Reiche die Insel Cypern erhandelt hatte, wurde so schlecht wie möglich gemacht; sogar auf den Kaiser von Oester- reich schimpfte Gladstone, und als dieser nun am 20. April Premierminister wurde, da fürchtete man, die englische Politik werde sich gegen Oesterreich und Deutschland in ein feindseliges Verhältniß stellen und mit Frankreich und Rußland liebäugeln. Allein „Worte sind keine Stüber«, sagt's Sprich, wort: der vor den Wahlen wilde Gladstone wurde nach denselben so zahm wie ein
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Die Heldin des Böse«.
Rach dem FranzSstschen von I. Rüttgers.
r (Fortsetzung.)
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Stimmet °9te' obro°W «ul zitternder te/®“ W "'inen Brief empfangen, Va- ist "er.«'" ""iwortete der Graf kurz, „da Zugleich warf er den Brief in'» K-uer wo er alsbald zu Asche verbrannte. * * -Ich begreife wohl Deine Unrufrieden, heil, sagte Leopold; „sie ist allerdings in etwa begründet, — ich habe dies auch nicht aber wenn Du meine Frau gesehen haben wirst, meine Tinah, fxx c ttebenswürdiges und reizendes Geschöpf, dann bin ich sicher, daß Du uns verzechen wirst.«
„Sie soll mir nicht unter die Augen kommen, donnerte der Graf mit vor Zorn funfclnben Augen; „und auch an Dich richte ich jetzt zum letzten Male das Wort, - l den» >ch betrachte Dich von jetzt an nicht mehr al» meinen Sohn. Seit mehr al« ' vierhundert Jahren hat ein Vailliantpont -
yfr Politisch- Iahr-Sschenr. I denen von Religion nicht die Rede sein m darf, wurden errichtet; die Bischöfe und
, I Geistlichen aber wurden am 31. Januar Ruüsonk t,Le $ r^rxn6co Italien und aus dem höheren Unterrichtsrathe ausge- Rußland das unglücklichste Land Europa's; I schlossen. Nun ging'» gegen die Klöster- bcmSeißen0h?«r fer? Revolution mit der berüchtigte Artikel 7 des Unterrichts ^-^»I" Gelste des „CulturkampfeS Hand in I Ministers Ferry hatte den Zweck, die geist- Sand. ,ß .schwierig, in wenigen Zeilen lichen Unterrichts-Anstalten zu ^vernichten; oie wechselvolle GMKte des letzten Jahres die Deputirtenkammer hatte ihn angenommen diese» von der Natur'sso reich gesegneten aber der Senat verwarf ihn. Aber Gam-
und durch die menschlichetl-Leidenschaften betta wußte sich zu helfen. Am 29 März so schwer heüngesuchten Landes zusschreiben. holte er alte Decrete hervor, und drei Mo- nate später wurden sämmtliche Jesuiten- klöster und Lehranstalten in ganz Frankreich I geschlossen und die Patres auf die Straßen I gesetzt. Nicht lange nachher kamen auch die übrigen Mönchsoroen an die Reihe; man schlug die Klosterthüren mit Beilen und I Aexten ein und schleppte die Mönche auf [ die Straßen. Die angesehensten Juristen I erklärten sich gegen die Decrete, weil sie ungesetzlich sinh und sich auf Gewalterlaffe aus dem vorigen Jahrhundert stützen, und 400 Richter und Staatsanwälte legten ihr Amt nieder, weil sie der brutalen Willkür nicht ihren Arm leihen wollten. Auch soll der Richterstand per Deeret von allen ' „clerikalen" Elementen gesäubert werden, l ......... innm
rote denn überhaupt im Ministerium, in der - Hündchen, thar O°sierreich geg^üLr Ab- Verwaltung und in der Armee nur noch bitte, blamirte sich MMt °Ünd bewi.« Gambetta'» sitzen Gott wird der Welt, daß es viel leichter ist, M k-iEen abgeschafft; die Crucrfixe sind aus den । als es besser zu machen. In der orientalilöben ?Cn r 'i" teuflische» - Frage, deren Anzettelung er auf dem Ge- katholische Kirche Me,'Militärgeistlichkeit । S“”91 T’ ^7ch7? ei7m ^Bock^nach K