Sonnabend, den 1. Januar 1881
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Tödtliche Bläffe bedeckte das Antlitz der
selbst wäre in Schrecken gerathen, wenn er
Bäume, welche zu beiden Setten der Straße
sie vor Kälte und Mattigkeit, und das Elend leuchtete aus ihrem bleichen Antlitze heraus. Ihre Kleidung und Schuhzeug befanden sich in sehr schlechtem Zustande, und ein Kind, welches sie auf ihren Armen trug, machte ihr den Weg noch mühevoller und schwieriger.
Du wirst nicht finden, daß es jetzt sonder« lich hübsch aussieht I Frisch voran, Fausten« zerin, und wenn Du noch einmal Unglück« licher Weise den Mund aufthust, so zer« schlage ich Dich mit meiner Hand wie alte« Eisen."
Die Frau blieb einen Augenblick stehen, um sich das Blut abzuwischen, welches ihr das Gesicht herunter lief und setzte dann schweigend ihren Weg fort.
den, und der Fuß watet im Schlamme. Hier dehnt sich eine Wüste von 1400 verwaisten Pfarreien aus; dort gähnt der feuerspeiende Krater revolutionärer Ideen; dort steht der dürre Feigenbaum schwankender, experimenticender Politik, und dort sehen wir in den bodenlosen'Schlund des Danaidenfaffes, das alle Steuern verschlingt, und auf seinem Rande sitzt ein Lockvogel, der die Melodie der Steuererleichterung pfeift. Ueber dem Trümmerfelde aber, deffen zitternde Bewegungen dem schwankenden Bo-
den von Agram gleichen, wölbt sich ein grauer Himmel, mit dem G ewölk der Hoffnungslosigkeit bedeckt. Es ist ein trauriges Erbe, welches das neue Jahr antritt, ein Erbe voll Schuld, Roth, Haß und Wirren.
Ich will einen kurzen Rückblick auf das Jahr 1880 werfen, aber derselbe ist um so betrübender, als die Hoffnung, es werde Manches sich bessern und namentlich der „Culturkampf" in Preußen fein Ende finden, so jäh zerstört worden ist. Und nicht blos wird der Kampf gegen die Kirche, die Trägerin und Verkünderin der ewigen Wahrheit, in Deutschland fortgeführt, auch ist er in anderen Ländern, namentlich in Frankreich und Belgien, in wilder Hitze entbrannt, so, daß e» kaum ein Land auf Gottes Erdboden gibt, wo die Kirche ungestört und unangefochten ihre segensreiche Mission ausüben kann. Woher kommt das? Weil der Geist des Unglaubens und der Gottentfremdung, der Geist der Nie«
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„Ahl" sagte er jetzt, „er scheint, daß Du ganz die Stimme verloren hast! Wirk« lich gibt er nichts, das auf gewisse Per« sonen so beruhigend wirkt, als so ein kleiner
noch so weit kommen werde," schrie er;
Gejammer nun ein .... .<v<^ >>>«,. «uc ,ity zur nuge oeaeoen Ent»* hfben wird. Früher^ warst Du so hatten. Der Himmel war mit Wolken $$ dem hübsches Lärvchen! Betracht, bedeckt, der Wind strich seufzend durch die Dich jetzt einmal im Spiegel, und ich glaube, ' -
. -------d.....Nun frisch voran, wir wer«
den Halt^ machen, wenn's nut gefällt, und
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Dis Heldin des Bösen.*)
Nach dem Französischen von I. Rüttgers.
I.
„O Robert, Robert! ich kann nicht mehr I ES rst mir unmöglich, noch weiter den Weg fortzufttzenl Unten sehe ich Licht! Könnten wir doch em wenig uns dort ausruhen.
Wad?tm diese Worte galten, blieb plötzlich stehen. Es war ein Mann mit breiten, starken Eltern, von kühnem, ja verwegenem AuM.hen und, obwohl er bäuerliche Kleidung $ug, so sah man doch, daß er nicht gewohnt war, die Saat zu bestellen und den Acker zu pflügen. Was man aus seinem Gesichte sehen konnte, — denn es war von seinem reichen schwarzen Haarwuchs und von seinem noch schwärzeren Barte so zu sagen ganz verhüllt, — machte gerade keinen günstigen Eindruck. Im Gegentheil lag eine gewisse Härte auf seinen Zügen und nur mit einem derben Fluch antwortete er auf die Worte, die man so eben an ihn gerichtet hatte.
.^schöpf, welche« sich nur «tt Muhe hinter ihm herschleppte, war feine Fr°u. Obgleich es im August war, zitterte
*) Nachdruck verboten.
Z B-Ntische Streiszüge.
Nachdruck verboten.
71t Wir strhen am Schluffe des unsrucht. ia§en Jahres 1880; das neue Jahr klopft an die Todtenlade fehle« röchelnden Vorgängers, um lebensfroh in's Dasein zu tttten. Das alte Jahr, das ich mit einem schwankenden, sturmgepeitschten Schiffe ver- gleichen möchte, läuft in den Hafen der RuhL des Todes ein, — aber in welchem Zustande! Ohne Errungenschaften, mit viele« Riffen und Lecken, beladen mit Defi- eits. allgemeiner Enttäuschung und Unzu-
„Auch noch Klagen," sagte der Mann rauh; ich sehe schon, daß Du mich nöthigen wirst, Dich von neuem zu schlagen, damit j Dein rechtes Auge gerade so schwarz werde i wie das linke, es wird dann übrigens zu i dem andern passen." j
„Aber, Robert, weiter kann ich den Weg ! , nicht fortsetzen. Meine Fuße sind blutrün- stig vom Gehen und die Arme hängen mir ! - nag... vor Ermüdung schlaff herab, denn das ,h - iAt Kmd ist sehr schwer. Bei der Liebe Gofte«, e*ec’ laß uns doch diese Nachthier bleiben; wir f ____________________„ ...
werden doch noch leicht Ostende vor Ab« Frau, und em dumpfes, unheimliches Feuer gang des Schiffe» erreichen." Anstattaller erglühte 'in ihren Augen — der Elende Antwort drehte der Mann sich um und ver« selbst wäre in Schrecken gerathen, wenn er setzte ihr mitten in's Gesicht einen heftigen ste betrachtet hätte.
^^Ä^s>'^;Eligen Faust- j Die Nacht war noch nicht weit vorge« ?lt vorausgesagt, daß e« rückt. In der Ferne sah man Lichter er« ‘ glänzen, ein Beweis, daß die Dorfbewoh« ner noch nicht alle sich zur Ruhe begeben
3WF* Auf das I. Quartal M«Meit, mit hohen Steuern und gerin- 1881 der , Fuldaer >ieituua' se« Einnahmen, mit schweren Verbrechen
schwommenheit, Elend herrscht auf dem Wracke; oie Mannschaft ist müde und krank; die Taschen sind leer, der Kopf wüst, das Herz haßerfüllt. Der Himmel ist mit Wol« Jen bedeckt, kein Stern leuchtet hoffnungsfroh in die lichtleere Nacht. Gern sehen wir das alte Jahr scheiden, denn die Versprechungen hat e« nicht erfüllt, die Hoff- nungen getäuscht und Manches bescheert, was wir nicht wünschten. Sein Conto ist schwer belastet mit UnhJl und Wirrwarr, und gute Noten hat es wenige aufzuweisen; selbst freudige Ereignisse, wie z. B. die Vollendung des Kölner Domes, wurden zum Zankapfel widrigen Parteigetriebes. Und da steht das neue Jahr lebensfrifch, freubig begrüßt und lächelnd vor uns. Lächelnd? Ja, es hat volle Säcke in der nicht ebenfalls mit ,^,„vang, uec otiji oe» »cte«
m aefS'rSf"9^ ./"'bn Hoffnun- " dem und der Genußsucht allüberall seinen
gen gefüllt. Auf em Trummerbttd tritt > Thron aufgeschlaqen hat: weil der menfdb«
ba? neue 3ahr, Ruinen bedecken den Bo- liche Dünkel, der Stolz des Staubgebore«
den. und her Stii6 i». nen, seine „Vernunft" an die Stelle der
$ göttlichen Aulornät gesetzt and die Leinach
j mit Füßen getreten hat.
! Ein gewaltiges Stück Weltgeschichte ist es, das sich in einer solchen Jahresschau abspiegelt, ein Bild oeS politischen und religiösen Ringens der Völker und ihrer wirthschaftlichen Zustände; und wie gern und freudig würde ich zur Feder greifen, wäre ich endlich einmal in der Lage, Gutes berichten zu können! Allein, was finden wir, wenn wir unseren Blick über die Län«