Einzelbild herunterladen
 

ZnleMaenzBlatt

der freien Mdi Frankfurt, /^^ verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

---*'****«*—ww«******« V

(Expedition: am Geistpsörtchen, Schlachthausgasse 21.) >^<^

M 284.________Dienstag den 1. December 1863.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 1. December. Vom 28. November ist ausführlicher aus dem Bun­despalais zu melden, daß die Bundesversammlung zwei Sitzungen hielt. Die erste eröffnete der Präsidialgesandte mit der Vorlage der Vollmacht des Herrn v. Dirckinck- Holmfeldt, als Gesandten für Holstein und Lauenburg; mit dem Anträge, dieselbe den vereinten Ausschüssen zur Prüfung zuzuweisen. Herr v. Dirckinck protestirte gegen diesen Modus, worauf viele andere Negierungen erklärten, daß ihm, bis die Frage der Stimm­führung für Holstein und Lauenburg erledigt sei, überhaupt das Wort zu entziehen sei. Hierüber wurde nun zuerst abgestimmt, und das Resultat war, daß sich die hohe Ver­sammlung mit allen gegen die Stimmen von Oesterreich, Preußen und Hannover gegen die Zulassung des dänischen Gesandten entschied, worauf dieser sofort den Sitzungssaal verließ. Vorher gaben Oest rreich und Preußen längere Erklärungen ab, worin sie ihre Abstimmung motivirten. — Nach einer Pause von etwa % Stunde trat die Versamm­lung zu einer zweiten Sitzung zusammen, in welcher die vereinten Ausschüsse über die Frage wegen der Stimmführung für Holstein und Lauenburg Bericht e> statteten und den Antrag stellten, daß die Führung der holsteinischen Stimme in der Bundesversamm­lung „zur Zeit" zu suspendiren und den beiden Bewerbern um dieselbe, Freiherrn v. Dirckinck-Holmfeldt und Geb. Rath v. Mohl, Mittheilung davon zu machen sei. Dieser Antrag wurde mit großer Mehrheit zum Beschluß erhoben. Auch der k. sächsische An­trag, der aus den Zeitungen bereits wörtlich bekannt ist, kam zur Vorlage. Ern Be­schluß wegen der Exekution ist vorerst noch nicht gefaßt, auch kein dahin gehender Antrag geste it worden.

Aus der Bundestagssitzung entnehmen wir noch nachstehendes Nähere. Nach dem vorläufigen Ausschluß des Baron Dirckinck stellte Sachsen den Antrag auf verstärkte Durchführung der militärischen Occupation der Bundesländer auf, und erbot sich eine größere Truppenzahl (12000 Mann) zu stellen. Großherzogthum Hessen erbot sicherm Nothfall sein ganzes Kontingent zur Verfügung zu stellen, und beantragte den Schutz aller Rechte, welche der Bund zu beanspruchen habe; beantragte auch, daß Dänemark aus­gefordert werde, die deutscken Bundesländer zu räumen und die diesen Ländern ange­hörigen Soldaten zur Verfügung zu stellen. Darauf berichtete dèr Ausschuß über den Träger der Holstein'schen Stimme und beantragte in seiner Mehrheit, die Stimme sei zu suspendiren, bis der Bund entschieden habe, wer der rechtmäßige Souverän sei. Oesterreich und Preußen aber gaben die gemeinschaftliche Erklärung, sie hielten sich an