Einzelbild herunterladen
 

IMWMWWWM

der freien SW Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

■iiiwnmMlnwww —

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

JK 272. Dienstag den 17. November 1863.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 8 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberbliek der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 17. November. Die Enthebung des Großfürsten Constantin von seinem Posten als Statthalter von Pvlen, wurde durch folgendes Handschreiben des Kaiser- an den Großfürsten Constantin verfügt:

Kaiserliche Hoheit!

Als ich im vorigen Jahre Ew. Kaiserliche Hoheit zur Verwaltung deS Königreiches Polen in der Eigenschaft meines Stellvertreter- berief, wünschte ich meinen festen Willen kund zu thun, daß ich den neuen Einrichtungen, die ich dem Königreiche verliehen, eine fortschritt-mäßige Entwickelung ertheilen werde. Die Wahl selbst eines vielgeliebten Bruders wär eine Bürgschaft für meinen aufrichtigen Wunsch, auf dem Pfade der Beschwichtigung zu wandeln, damit die Ordnung hergestellt und ein den Belülfnissen und Interessen des Landes gemäßer dauerhafter Stand der Dinge hergestellt werde. Ew. Kaiserliche Hoheit haben, indem Sie vollständig meine wohlwollenden Absichten mit dem polnischen Volke würdigten, von ganzem Herzen damit übereinstimmten und von einem hohen Gedanken der Aussöhnung erfüllt waren, mit edler Hingebung das Opfer der Stellung, die Sie im Reiche rtnnahmrn, gebracht, um den Eifer für das Wohl des Dienstes und des Vaterlandes in der neuen Laufbahn, die Ihnen mein unbegrenztes Vertrauen erschloß, zu verdoppeln. Ich war berechtigt, von meinen Unterthanen des Königreichs Polen zu erwarten, daß sie meine Intentionen, sowie Ihren Eifer, dieselben zu verwirklichen, würdigen, dass sie, nachdem sie gewaltsam für einen Augenblick gegen die Richtung fortgeriffen worden, die Bedeutung ^Jhres Eintreffen- im Königreiche be­greifen, darin ein Pfand meiner Fürsorge für Polens Wohlergehen," sowie ein Zeugniß Einer Neigung, der Verirrung Verzeihung zu gewähren, erblicken und zu dem Gefühle

Pflicht und der Ehrfurcht vor ihrem Herrscher zurückkehren würden.

Zu meinem großen Schmerz gingen diese Hoffnungen nicht in Erfüllung.

Bei Ihren ersten Schritten von Verrath und durch ein Attentat auf Ihr mir so tyeutes Leben empfangen, hat Ew. kais. Hoheit mit Ihrem Blute Ihr« Ergebenheit gegen meine Person und gegen Rußland besiegelt. Trotz aller Anstrengungen sind die von

°em Königreiche Polen verliehenen Institutionen bis jetzt noch nicht solcher Gestalt sie ihrem Zwecke entsprechen, zur Wirksamkeit gelangt; sie stoßen beständig auf Hindernisse, die nicht vom Mangel an gutem Willen oder von Anstrengungen von Seiten