Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

-........ «wwNWWMttWww»—

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

'BHaBIHIHSSKDSSKSlUmBSätWSSätEaK&iaiSn^^

JS 266. Dienstag den 10. November 1863»

AbonnementSpreiS für'S halbe Jahr 2fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags- Einrückungsgebühre«: 6 kr. für die ganze, 8 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberbliek der GreignMe im Gebiete der politischen und materieAett Interessen.

Frankfurt, 10. November. Man schreibt aus Stockholm, 5. November. Die schleswig-holsteinische Angelegenheit beschäftigt lebhaft nicht nur die Preffe, sondern auch die Gemüther derjenigen, welche für Politik Interesse haben. Weit entfernt aber, daß die herrschende Stimmung einer Allianz Schwedens mit Dänemark gegen Deutsch­land günstig sein sollte, zeigt die friedliche Sprache aller -offiziellen Organe, daß die .Regierung an eine Unterstützung des dänischen Kabinets zur Durchführung der Inkor­poration Schleswigs nicht denkt. Sowohl hier als in Chrrstiania erklären sich aber auch viele Stimmen in der unabhängigen Preffe gegen eine entschiedene Parteinahme für Dänemark. Wie weit die Ernüchterung der Anschauung selbst in der skandtnavtsch- demokratischen Partei Platz gegriffen hat, beweist die in ihr herrschende Spaltung, welche dahin geführt hat, daß der Parteiführer Blanche, Redakteur eines hiesigen illustrtrten Blattes, offen gegen die Allianz mit Dänemark aufgetreten ist. Die dänischen Ag ulen scheuen ihrerseits keine Anstrengung, um die öffentliche Meinung gegen Deutschland auf« zustacheln und selbst deutschen Kapitalien den Weg nach Schweden zu erschweren. Zu diesem Zweck ist jetzt in Goihrnburg eine skandinavische Kreditanstalt gegründet. In einer schwedischen Zeitung wird geradezu von den Vertretern deS Planes erklärt, daß sie dadurch auf die skandinavische Frage einzuwirken gedenken. Der Ein­fluß der Hansestädte auf die finanziellen Verhältnisse Schwedens soll da­durch gebrochen werden, denn es unterläge keinem Zweifel, daß gerade in allen Finanz­fragen die Geldmânner der großen deutschen Seehäfen einer Politik des schwedischen CabinetS zu Gunsten Dänemarks entgegen wirkten. Es liegt also die Absicht vor, ver­mittelst dieses Instituts den Börsen in London, Paris und Amsterdam denjenigen Ein­fluß auf den hiesigen Geldmarkt,- zu verschaffen, welcher von den Hansestädten und Frankfurt a. M. in Schweden au-geübt wird. Der Reichstag wird wahrscheinlich in 3 Wochen geschlossen werden, und ich habe nicht in Erfahrung gebracht, daß^ unsere Regierung andere Geldmittel in Anspruch zu nehmen Willens ist, als jene Summe, welche ihr gewöhnlich am Schluffe der Session unter dem Namen „Reservefonds" be­willigt wird. Von Wichtigkeit in der Alltanzfrage ist der Umstand, daß Preußen und Oesterreich hier im vollen Tinverständniß die deutsche Angelegenheit entschieden vertreten und dadurch unsere Regierung zur sorgsameren Erwägung der Sach« nöthigen. Schließ-