IntelttgenzBlatt
der freien MM Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
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Jg 262. Donnerstag den 5. November 1863«
Ueherblick der Creignisie im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 5. November. Die erste Probe des französischen Panzergtschwaders ist nun beendigt und, wie es nach den Berichten der Vigie de Cherbourg und des Ocöan von Brest den Anschein hat, sind diese Versuche nur theilwrtse günstig ausgefallen, wobei hauptsächlich ein ungewöhnlich stürmisches Wetter während der größten Zeit der Fahrt mit in Anschlag zu bringen ist. Das Geschwader bestand aus zwei Panzer- linienschiffen, Solferino und Magenta, und drei Panzerfregatten, Couronne, Normandie und Jnvinciblr, außerdem aus dem bekannten Schrauben Linienschiff Napoleon und dem Aviso Talisman. In der Nacht vom 30. September auf den 1. October erhob sich ein heftiger Windstoß aus West und Nordwest, der den Panzerschiffen übel mitspielte. Das Schwanken (le roulis) wurde beinahe unerträglich; zwölf oder fünfzehn Boote wurden von verschiedenen Verdecken losgerissen, und in einzelne Schiffe, namentlich in die Normandie, drang das Wasser mit großer Macht durch die Verdeckslucken in das Innere des Schiffes ein. In den Offizierskaj Kten der Normandie richtete es sogar große Zerstörungen an; alle EffMen und Bücher in denselben gingen zu Grund. Die Couronne und die Normandie erlitten außerdem Beschädigungen in ihrem Mastwerk. Urbrigens wurde auch daS uichtgepanzerte Linienschiff Napoleon ernstlich genug beschädigt, um in Brest sich einer gründlichen Ausbesserung unterziehen zu müssen. Statt seiner begleitete der Tourville das Panzergeschwader, nach einer achttägigen Rast, auf der weiteren Fahrt nach Madeira. In der erwähnten Nacht wurde das Geschwader durch den Sturm zerstreut, nur die Couronne und der Jnvtncible behielten das AdmiralsSiff Napoleon in Sicht, und erst am Abend des folgenden Tages fanden sich alle Schiffe wieder zusammen. Vor der Insel Out ff ant wurde eine Wettfahrt veranstaltet. Solferino, Magenta und Normandie überholten die übrigen Sckiffe mit leichter Mühe, selbst den Napoleon, der bisher als Schnellfahrer in der französischen Marine einen ganz besonderen Namen hatte. Die Normandie fuhr am schnellsten, die Couronne, welche den drei genannten Schiffen Concurrenz zu machen anfing, erhielt Befehl, einzuhalten. Die erlangten Resultate werden jedoch von der Commission, die sich am Bord der einzelnen Schiffe vertheilt hat, als definitiv angesehen. So viel scheint aus dem diesmaligen Versuche Hervorgrgange» zu sein, daß bet stürmischer See die Fahrt in solchen Panzerschiffen eine äußerst beschwerliche ist, sowohl wegen des ungemein starken Auf- und Niedergehens in den Wellen, als auch wegen der mangelhaften Ventilation und der starken Hitze im Innern der Schiffe. Die Geschützluken mußten bei hoher See fortwährend geschlossen bleiben, so daß ein Abfeuern der Geschütze ganz unmöglich war. Im Ganzen, urtheilt ein Be-