Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-Blatt

der freien SIM Frankfurt. verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, D und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

J£ 228. Samstag den 26, September 1863.

„ ...... „N .................. .................................— ..—— .»--..77-.

Neberbl ick der Ereignisse iw Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 26. September. In der Schlußsitzung der katholischen Vereine erklärte die Versammlung nach Anhörung des Berichtes der Section für Caritas, er­stattet durch Herrn Müller aus Berlin und auf Antrag der Commission, daß sie sich dermalen nicht veranlaßt finden könne, fich über die große sociale Zeitfrage und ihr Verhältniß zum Christenthume avszusprcchen, daß sie aber den Katholiken das Studium dieser Frage dringend anempfehle. Stistrngsrarh Höll auè Karlsruhe dankt für die Sympathien, welche sich in der Versammlung für den greisen Erzbischof von Freiburg kundgegeben hätten; der Tag sei nicht ferne, wo der Erzbischof bei Gelegenheit der nun zu lösenden Schulfrage in Baden für die Rechte der Kirche in erneuerten Kampf treten müsse; wenn auch die katholische Kirche von Baden ein Vermögen von 70 Millionen frei verwalte, und dieß Recht durch lange» Kampf errungen habe, so sei dieß doch nichts gegen die Gefahr, welche jetzt dem Rechte der Erziehung durch die hl. Kirche drohe. Die Versammlung möge daher durch ihr Gebet den greisen Erzbischof j^t schon unter­stützen. Auf Antrag der Abtheilung für äußere Beziehungen und Formalien, Bericht­erstatter Justizrath Adams aus Coblenz, wurden ferner ohne Debatte folgende zwei Anträge angenommen: „1) Um eine mehr energische Concentration katholischer Kräfte herbeizuführen, soll der auf der vorigen Generalversammlung gefaßte Beschluß auf Her­stellung einer umfassenden Statistik der katholischen Kirche Deutschlands auch auf die bestehenden Vereine ausgedehnt werden. 2) Die katholische Generalversammlung wolle die in Deutschland bestehenden katholischen Verein« ersuchen, wo möglich vor Schluß des laufenden Jahres, dem Vorort« möglichst bald specielle Mittheilung über ihre Einrich­tung und Mitgliederzahl und mit Bezeichnung der Personen des Vorstandes einzureichen." Als Ort der nächsten Generalversammlung wurde Würzburg eventuell Bamberg br- sttmmt. Auf Grund de« Beschlusses, einen Fond zu gründen zir Unterstützung junger katholischer Gelehrten und Literaten, wurde ein Comite mit oer Ausführung betraut und in dasselbe ernannt die Herren Thissen und Janssen aus Frarkfurt, Dr. Heinrich auS Mainz, Professor Bellinger aus Hadamar, Professor Hetttnger aus Würzburg, Dr. Will aus Nürnberg und ein Mitglied aus Bomr, über dessen Wahl noch keine Ent­scheidung getroffen worden ist. Schließlich wurden folgende acht Resolutionen einstimmig angenommen. Dieselben lauten:

1) Die in Frankfurt versammelten Kaiholtken erneuern die auf allen früheren Ge­neralversammlungen ausg«sprochene Erklärung, daß sie für ihre Kirche das volle Recht