Intelligenz Blatt
der freien MM Frankfurt, /^^ verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, /^MM^M und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
......... ......
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 226. Donnerstag den 24. September 1863.
, >,.. — r .—è..— . — I I I ........—"■ ■"■' .................... ........" U"..l'"
Ueberblitk der Ereignisse im Gebiete der politischen
und materiellen Interessen. *
Frankfurt, 24. September. Von den neuesten russischen Antworten ist diejenige, welche nach Paris gegangen, der ganzen Sachlage nach, wohl die bedeutendste. Die Note lautet wörtlich: , c ,
Das kaiserliche Cabinet hat von der Depesche des Herrn Drouyu mit der ihr gebührenden Aufmerksamkeit und dem aufrichtigen Wunsche Kenntniß genommen, durch diesen Ideenaustausch zu einer Verständigung zu gelangen. — Nach reiflicher Prüfung haben wir in derselben keine Gründe gefunden, um von dem in meiner Depesche vom 1 /IS. Juli darxelegteu Standpunkte abzuweichen. Wir glauben den Wünschen de« Herrn Ministers der auswärtigen Auâenheiteu Frankreichs entgegenzukommen, indem wir uns einer ferneren DiScussion enthalten, welche den von uns in Aussicht genommenen versöhnlichen Zweck nicht erfüllen würde, wenn sie zu nichts Anderem führen sollte, alS beide Regierungen in ihren Ansichten über eine Frage zu bestä k«n, über welche wir lebhaft bedauern, uns mit dem Tuilerieucabtnet nicht in Uebereinstimmung zu finden. Wir werden in der Depesche des.Herrn Drouyn deLhuys nur Einen Punkt besonders hervorheben, weil uns darauf ankommt, zum Voraus jeden neuen Anlaß zu Mißverständnissen zu beseitigen. Ich spreche hier von der wiederholt und unter verschiedenen Formen durch Herrn Drouyn de Lhuys vorgrbrackten Anspielung auf die westlichen Provinzen Rußlands, als seien diese in einem gewissen Grade der internationalen Stipulationen theilhaftig, welche 1815 die Geschicke de« HerzogthumS Warschau geregelt haben. Das kaiserliche Cabinet vermag diesen Standpunkt in keinem, selbst dem beschränktesten Maße zuzulaffen und kann rch die Erklärung nur wiederholen, daß, stets bereit ihre Verpflichtungen gegen alle Mächte gewissenhaft zu erfüllen, Se.Maj.jede Anspielung auf Theil« seines Reiches, auf welche keinerlei internationale Stipulation ihre Anwendung findet, kurzweg selbst auch von einem freundschaftlichen Ideenaustausch ausschließru muß. Was die andernin der Depesche deS Herrn Wnisters der auswärtigen Angelegenheiten Frankreichs berührten Puncte betrifft, so werden wir unS vorzugsweise auf diejenigen einlassen, über welche wir wenigstens der Absicht »ach einig find. Die französische Regierung wünscht in dem Königreich Polen die schleunige Wiederherstellung eines Zustande«, der dieses Land beschwichtigen, Europa beruhigen und den Beziehungen der Cabtnette den Character der Zuversichtlichkeit wiedergeben würde. Wir theilen vollständig diesen Wunsch, und e« wird von unserer Sette Alle« geschehen, um ihn zu verwirklichen. Unser erhabener Gebieter bleibt fortwährend gegen Polen von den wohlwollendsten,