InteMgenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt, /6^ verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. Mv^
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
JE 190. Donnerstag den 13 August 1863.
Ueberbliek der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen" Interessen.
Frankfurt, 13. August. (Polewam Wiener Songreffe.) In den vor« beretlknden Conferenzen, welche am 16. September 1814 ihren Anfang nahmen, kamen die Bevollmächtigten von Oesterreich, Rußland und Preußen überein, sämmtliche G?gen- stände der Berathung in eine europäische und eine deutsche Abtheilung unter zwei abgesonderten Ausschüssen zu theilen. In der europäischen sollten bloß die größeren europäischen Angelegenheiten und die Vertheilung der von Frankreich eroberten Länder zur Sprache kommen. Preußen, Rußland und Oesterreich wollten die Bestimmung durchge- führt wissen, daß Frankreich und Spanten nicht zu den Berathungen über die Lândrr- verthrtlung brigzogen, sondern erst dann in Kenntniß gesetzt würden, wenn man sich darüber geeinigt habe. Dem widersetzte sich aber Castlereagh, und ganz besonders Talleyrand. Letzterer verlangte ganz dieselben Rechte, wie sie die Bevollmächtigten der übrigen Großmächte ausübten, da mit Frankreich der Friede abgeschlossen sei und dasselbe nicht mehr als ein erobertes und feindliches Land betrachtet werden könne. So erhielt also neben Spanien auch der gewandte T>'lleyrand Zutritt, der bald eine sehr einflußreiche Rolle spielte. Später nahm man auch die Bevollmächtigten von Portugal und Schweden in den europäischen Ausschuß auf, so daß derselbe j tzt aus den acht Mächten bestand, welche den (ersten) pariser Frieden unterzeichnet hatten, nämlich Oesterreich, Rußland, England, Preußen, Frankreich, Spanien, Portugal und Schweden; den Vorsitz führte Fürst Metternich.
Den ersten und wichtigsten Gegenstand für den europäischen Ausschuß bildeten bekanntlich die Ansprüche Rußland« und Preußens auf Polen und Sachsen., Rußland verlangte das ganze Herzogthum Warschau. Die Polen selbst waren völlig für Alexanders Plan eingenommen, der das Versprechen gegeben, auch die polnischen Landestheile, welche bereits zu Rußland gehörten, wieder /mit Polen zu vereinigen und unter einer freisinnigen Constitution ein selbstständiges Königreich Polen zu bilden. Allein die übrigen Großmächte fanden eine so ansehnliche Vergrößerung Rußlands gegen Westen sehr bedenklich. Großes Aufsehen machte es, als der Großfürst Constantin eine Procla- mation an die Polen erließ, worin er sie aufforderte, sich bereit zu halten, ihr Vaterland und ihre neue politische Existenz mit Gewalt der Waffen zu vertheidigen. Am Anfang des Decembers 1814 hatte die Gereiztheit eine Höhe erreicht, daß man anstng, zu rüsten, wiewohl die Etngeweihteren bei der allgemeinen Erschöpfung doch nicht ernstlich an den wirklichen AuSbrnch deS Krieges glauben konnten. Alexander lenkte endlich