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Intelligenz Blatt

der freien Stadt Frankfurt, /^^

verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden,

und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.' $ j

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 178. Donnerstag den 30. Juli 1863.

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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen

und materiellen Interessen.

Frankfurt, 30. Juli. (Zur Situation.) In der polnischen Frage hat sich in den jüngsten Tggèn der Hauptsache nach Nichts geändert. Die diplomatische Intervention der drei Mächte hät seit der Note des Grafen Rechberg keine Fortschritte gemacht, und die Stimmung scheint friedlicher geworden. Kriegerische Eventualitäten werden bei der Haltung Englands immer unwahrscheinlicher. Es unterliegt in der That keinem Zweifel mehr, daß sowohl die öffentliche Meinung als auch die Regierung Englands keinen Krieg mit Rußland will.

Die Verstimmung über die.Unzulänglichkeit" der russischen Antwort ist einer ruhi­gen Ueberlegung gewichen, und wenn aus den Aeußerungen Lord Ruffells vor der An­kunft der russischen Noten schon eben keine besondere Kriegslust zu entnehmen war, so treten heute noch entschieden friedlichere Intentionen hervor.

Was die englische Presse anbetrifft, so finden wir zunächst, daß das Orga« Lord Palmerstons, die sonst so kriegsdrohende „Morningpost", plötzlich stumm geworden ist. Die „Times" dringt darauf, die schweren Folgen der Entschlüsse zu bedenken, welche man zu fassen im Begriff sei. Der „Globe" wählt den letzten Artikel des „Journal des Dsbats" zum Thema, um zu beweisen, daß die öffentliche Meinung in England nicht jum Kriege geneigt sei, da man nicht wissen könne, wohin der Krieg führen werde; der torystische „Standard" endlich fordert zu-Meetings gegen die Politik der Regierung auf, welche trotzdem, daß der gesammte Volkswill« dagegen sei, direkt auf den Krieg lotgehe. Angesichts dieser Demonstration ist das Polenmeeting, welches in London statthatte, von keiner Bedeutung.

Die französische Presse fängt ebenfalls an, abzuwiegeln. Die „France" gibt ihren Lesern eine sehr lehrreiche Lektion über die verschiedenen Stadien, welche die diplomati- slben Beziehungen durchzumachen haben, ehe man zum Ultimatum und zum Kriege komme und erklärt dann, daß man kaum beim ersten dieser Stadien angekommen sei.

Bemerken-werth ist ferner ein Artikel der „Presse", in welchem Herr Emil Gtrardtn sagt: „Die öffentliche Vernunft ist reifer geworden; sie läßt sich nicht mehr so leicht durch kriegerische Couplets einiger Journalisten verlocken, die sich alle Mühe geben, die "ne Hälfte Europa's auf die andere zu hetzen. Die öffentliche Vernunft steht glücklicher­weise auf dem Standpunkte ihrer Zeit; sie will keinen Krieg. Die öffentliche Vernunft eine national-ökonomische Vernunft geworden. Jeder Krieg aber ist stets ein Verlust an Menschen und an Geld. Frankreich besitzt nicht mehr Menschen Arme, als es bedarf,