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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 146. Dienstag den 23. Juni 1863.

NeberbKA der GreiMMe im Gsbiste ösr polLLifche« ««d «aterLeAs» Interesse».

- Frankfurt, 23. Juni. (Zur Situation.) Wie von wohl unterrichteter Seite mitgetheilt wird, entbehrt die Nachricht, daß England gegen eine Bundesexecution in der schleswig-holsteinischen Frage protestirt habe, jeder Begründung, und denkt England nicht daran, die Kompetenz des Bundes irgendwie bestreiten zu wollen. Der Ursprung der Nachricht ist wohl in dem Umstand zu suchen, daß englischer Seits hier in Frankfurt Erkundigungen eingezogen wurden, mit der Absicht, zu einem unparteiischen objectiven Urtheil über die Streitfrage zu gelangen. Diese Erkundigungen zeugen somit nur von den freundschaftlichen Gesinnungen. Wenn die Mehrheit der Bundesglieder die Verträge von 1851 und 1852, dir j^t von Dänemark gebrochen sind, nicht als aufgehoben be­trachtet, so geschieht dies, weil jene Verträge in das europäische StaatSrecht übergegangen sind, und weil eine Rückkehr auf den Standpunkt von 1846 alle Mächte auf Seiten Dänemarks drängen würde.

Mit dem angeblichen Protest Rußlands hat es eine ähnliche Bewandtniß, wie mit dem englischen.

Die „Oesterreichische Generalcorrespondenz" behauptet, die Angabe der norddeutschen allgemeinen Zeitung, daß Rußland, Preußen und Oesterreich sich in Bezug auf die Polen zu machenden Concessionen verständigt hätten, sei so weit sie Oesterreich betreffe, rein aus der Luft gegriffen. Wir bemerken einfach, sagt die norddeutsche allgemeine Zeitung, daß wir allen Grund haben, unsere Mittheilung aufrecht zu erhalten.

Inzwischen bestätigt sich die Absendung der Noten Englands, Frankreichs und Oester­reichs. Graf Ruffel zeigte es in der Sitzung des englischen Oberhauses an, mit dem Beifügen, die Noten seien „beinahe" identisch. Wie die „Oesterreichische Generalcorre­spondenz" bemerkt, ging die Note des Wiener Cabtnets einen Tag später als die der Westmächte ab. In Bezug auf die Notiz der „Morning Post" über den Inhalt der Aktenstücke sagt die „Oesterreichische Generalcorrespondenz": die Wiener Note weiche nur in sofern von denen der beiden andern Mächte ab, als sie die Einstellung des Kampfes nicht für eine Vorbedingung der Verhandlungen erkläre. Von den Noten selbst hofft Lord Ruffellein günstiges Resultat.

In einer der letzten Sitzungen des englischen Oberhauses kamen auch dre angeb­lichen Grausamkeiten zur Sprache, welche den Truppen in Polen zur Last gelegt werden, und Lord Stratford de Redcliffe, der eine desfallstge Interpellation stellte, meinte, es fei kein Friede möglich, wenn Polen hei Rußland bleibe. Lord Ruffel erwiderte, Fürst