Zatelttgenz-Blatt
der freien Stadl Frankfurt« verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
J£ 144. Samstag den 20. Juni 1863.
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Krankfurt, 20. Juni. Am 18. hat die feierliche Eröffnung des Reichsraths durch den Erzherzog Karl Ludwig als Stellvertreter des Kaisers in Wien stattgefunden. Der wesentliche Inhalt der Thronrede ist folgender: Nachdem die Einberufung des sieben- bürgischen Landtags erfolgt ist, steht allen Königreichen und Ländern der Monarchie die Bahn zur Theilnahme am Reichsrath offen. Die Verhältnisse. in welchen der Kaiser- staat sich befindet, können nur ermuthigen, in dem begonnenen Werke auszuharren und vertrauensvoll der Zukunft entgegenzusehen. Der Friede ist ungestört erhalten geblieben, und es ist der Wunsch und das Ziel der eifrigsten Bestrebungen der Regierung, ihn auch ferner ungetrübt zu erhalten. Unter d-m Schutze freiheitlicher Institutionen befestigen sich die Wohlfahrt, das Ansehen und die Machtstellung des Reiches. — Die Finanzlage zeigt befriedigende Fortschritte auf dem Wege zu ihrer vollständigen Regelung. Der Staatscredit und die Landeswährung erfreuen sich entschiedener Besserung. Die günstige Ftnanzgebahrung des abgelaufenen Jahres erlaubte es, von dem bewilligten außerordentlichen Credite von 12 Millionen keinen Gebrauch zu machen. Zur Erleichterung der Lasten, welche noch zu tragen sind, wurde die Regelung der directen Besteuerung für nothwendig erkannt, zu welchem Zwecke Vorlagen an den Reichsrath gelangen werden. Der Kaiser wünscht, daß in die Prüfung der Finanzlage sofort ein- gegangen werde, indem bis zum Zeitpunkte der Beschlußfassung die Theilnahme der siebenbürgischen Abgeordneten an den Berathungen des Reichsraths zu gewärtigen ist. Andere Vorlagen sind: ein Gesetzesentwurf über die Behandlung umfangreicher Gesetze im R-ichsrathe; eine neue Strafprozeßordnung; eine Concursordnung; ein Gesetzesentwurf über die Grundsätze der Durchführung der neuen Organisation der Justiz- und Verwaltungsbehörden; Heimathgesetzentwürfe. Der Kaiser geleitet mit seiner allerh. Huld den Reichsrath an seine bedeutsamen Aufgaben und hegt die Erwartung, seine Regierung werde auf dessen patriotische Unterstützung zählen können.
Beim Cttybanket in London sprach Lord Palmerston vom feststehenden guten Einvernehmen mit Frankreich und drückte die Hoffnung auf Erhaltung des Friedens aus. — „Morning-Post" meldet: Die nach Petersburg abgegangenen Noten sind identisch, ausgenommen, daß Oesterreich nicht die Einstellung des Kampfes befürwortet. England sei im Verwerfungsfall nicht kriegsbereit. — Die Königin von Preußen kam im ReaterungSdampfer „Vivid" nach Dover, woselbst Prsnz Alfred und der preußische Gesandte sie begrüßten.