Zutelligevz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
Jg 140. Dienstag den 16. Juni 1863.
Abonnementspreis für's halbe Jahr 2fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr.vfür die gespaltene Zeile.
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Frankfurt, 16. Juni. (Zur Situation.) Aus der Mitte der konfus einander widersprechenden Gerüchte über den diplomatischen Stand der Polenfrage, tritt uns die einzige positive Thatsache entgegen, daß die Entscheidung Seitens Oesterreichs noch nicht erfolgt ist und daß der Entwurf Drouyn de Lhuis bei dem Wiener Kabinet ernste Besorgnisse erregt hat. Die letzte Nummer der „Oesterr. Generalkorrespondenz" schreibt: »Wiener Blätter bezweifeln angesichts der neuesten Mittheilung des „Memorial diplo- matique" die Richtigkeit der Auffassung, wonach die vor wenig Tagen hier eingetroffene Rückäußerung der Kabinette von Paris und London nur eine detaillirtere Stylisirung der bekannten österreichischen Propositionen sei. Dieser Zweifel erscheint wohl gerechtfertigt. Wenn in der That der zweite Punkt dieser Propositionen, die für Polen wünschenswerthe Autonomie betreffend, österreichischerseits, dem „Memorial" zufolge, dahin präcisirt wurde, daß Polen ein Aequtvalent für die Vertretung Galiziens im Reichsrathe verschafft werden sollte, die westmächtlichen Kabinette dagegen unter Beseitigung der Herstellung einer Analogie zwischen Polen und Galizien, für jenes Königreich eine Forderung formuliren, welche ihrem Wesen und der praktischen Ausführung nach auf die Wiederherstellung der polnischen Verfassung vom 29. November 1815 hinaus- gehen könnte: so läßt sich doch wohl nicht sagen, daß es sich bei diesem Punkte um nichts Anderes als eine Nuance der Stylisirung oder um eine bloße Frage der Interpretation handelt. Mit einer solchen Verfassung würde nämlich für Polen eine selbstständige Regierung mit besondern, dem Nattonalhofe verantwortlichen Fachministrrn sogar mit einem eigenen Minister für die auswärtigen Verhältnisse, endlich einem nationalen Heere verlangt, und es läßt sich nicht verkennen, daß Oesterreich in der nöthigen Rücksichtnahme auf die Stellung eigener Königreiche und Länder in einem Vorschläge von solcher Tragweite kaum noch seinen eigenen wiedererkennen dürfte, einem Vorschläge, dessen Aufnahme unter die als Grundlage weiterer Berathungen dienenden Lineamente nicht zu beanstanden wäre."
Der norwegische Northing setzte bekanntlich einen Ausschuß nieder, welcher die von der Regierung vorgelegten Aktenstücke, bezüglich der deutsch-dänischen Frage prüfen sollte. Dieser Ausschuß hat jetzt Bericht erstattet. Er drückt die vollste Zufriedenheit mit der