Einzelbild herunterladen
 
  

Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt» ,.

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. F^

— (Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

«!SSi^$iS5!8®S$Sg98i6gSeS®Sg3^®93$^

M 136. Donnerstag den 1L Juni 1863.

U^etHiS Zsr WreegRiUs iw Webists èse psZLtischeN Lmè «ÄterèsllKK JntäßUeK.

Frankfurt, 11. Zuni. Einem Bericht des „Newyorker Demokrat" über den ersten Tag der Schlacht bet Chancello rsvtlle oder Fredericksburg, in welcher Hauptmann Deffauer fiel, entnehmen-wir folgende Mittheilungen: Der Correspondent, Augenzeuge, schreibt dem genannten Newyorker Blatte: „Am 2. Mai hielt man sich in aller Frühe zum Kampfe bereit. Alle Truppen waren in Schlachtlinie ausgestellt; als General Hooker die Vorposten besuchte, um das Terrain kennen zu lernen, ward er überall mit dreifachem Hurrah begrüßt. Die Positionen waren jetzt wie folgend ver- thetlt: Die Corps der Generäle Sclocum und Howard bildeten den rechten Flügel; die der Generäle Couch und Sickles das Centrum und das des Generals Meade den linken Flügel. Die Cavallerte dcck>e das Terrain zwischen dem rechten Flügel und dem Rapidam River und hatte ihre Hanptstellung am Hunting-Run. Während des Tages fing die feindliche Artillerie zu verschiedenen Malen an, das Centrum mit Bomben zu bewerfen; unsere Batterien antworteten, und man erwartete allgemein einen ernsten An­griff von der Plank Poad von Fredericksburg. Plötzlich um 4 Uhr Nachmittags hörte man ein starkes Kleingewehrfeuer und Kanonendonner am rechten Flügel. Der Feind hatte denselben vollständig umgangen und griff ihn mit furchtbarer Entschlossenheit in geschlossenen Colonnen an. Das 11. Corps, welches am äußersten rechten Flügel seine Verschanzungen gebildet hatte, wurde vollständig überrascht. Es ist nicht meine Sache, zu untersuchen wer den Fehler dieser Überraschung trägt. Einige sagen, es war am commandirenden General, solche Anordnungen zu treffen, daß ein Umgehen nicht stattfinden konnte; Andere sagen, daß General Howard die Schuld trage; noch Andere schielen sie auf den General Pleasanton, der jedenfalls hätte zur Zeit benachrichtigen sollen. jedenfalls ist es wahr, daß der rechte Flügel vollkommen überrascht ward, und daß einzUne Officiere, welche R-cogncscirungen gegen den Rapidan-River gemacht hatten, die Annäherung des Feindes zwei Stunden vorher angezeigt, ohne daß man ihnen Glauben schenken wollte. General Schurz allein hatte auf seine eigene Verantwortung zwei Regimenter in dieser Richtung ausgestellt, unb tiefe Maßregel ist vielleicht der einzige Grund, daß dieser Angriff nicht noch ernstere Folgen gehabt hat. DaS 11. und 12. Corps wurden vollständig geworfen, fast ohne Kampf und kamen m unendlicher Un­ordnung zurück. Es war ein harter Verlust, und wenn derselbe an Todten verhältniß- mäßig nicht zu bedeutend ist, so verloren wir desto mehr Gefangene und Geschütze. Oberst Peißner wurde getödtet, Oberst Hecker verwundet und der Hauptmann Deffauer