Zutelltgenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt. verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, â und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
JK 184. Dienstag den 9. Juni 1863.
Abonnementspreis für's halbe Jahr 2fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.
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Frankfurt, 9. Juni. (Puebla.) In diesem Augenblick, wo man das Resultat der großen Kämpfe um Puebla erwartet, wird es dem Leser nicht unwillkommen sein, eine Schilderung dieser Stadt zu erhalten, welche die Mexikaner als ihr Sebasiopol zu betrachten scheinen.
Puebla ist die Hauptstadt deS gleichnamigen Staates, der von den Staaten Veracruz, Guerrero und Cajara im Norden und Osten, im Westen durch den Staat Mcxcko und im Süden durch das Stille Meer begrenzt wird. Dieser Staat hat einen Flächeninhalt von 34 000 Quadrat-Kilometer, ist also ungefähr so groß als das Königreich Hannover, mit einer Einwohnerzahl von 680,000 Seelen. Puebla ist die zweite Stadt in Mexiko, sowohl in Betracht ihres Handels, als ihres Reichthums, ihrer Denkmäler und ihrer Bevölkerung, welche auf 75,000 bis 80,000 Seelen angegeben wird. 1530 ward sie auf Veranlassung des ersten Vicekönigs, Don Mendoza, gegründet, und zwar etwa sechs oder sieben Meilen von dem berühmten Chelula, der heiligen Stadt Anachua's, entfernt. Die neue Stadt sollte bald in ihrem Emporblühen alle anderen in jener Gegend überflügeln. ,
Auch an die Entstehung Puebla's knüpfen sich Sagen und Mährchen, die mehr oder weniger als Ausfluß kindischer Anschauung des Volkes erscheinen. So sagt z. B. die Tradition der dortigen Priester, daß die Kathedrale von Puebla von Engeln erbaut worden sei, weshalb Puebla den Namen „Engelstadt" erhalten habe. Die Hochebene, auf welcher die Stadt liegt, ist fruchtbar und gesund, trotz der Höhe gedeihen dort alle Früchte Europas, auch der Oelbaum und die Orange. Puebla ist überdies eine schöne Stadt. Die langen, regelmäßigen, sich in rechten Winkeln durchschneidenden Straßen sind sorgfältig mit kleinen runden, systematisch geordneten Kieselsteinen gepflastert, und mit steinernen Seitenwegen eingefaßt. Obwohl die Häuser im allgemeinen nur zwei Stockwerke hoch sind, machen sie doch durch ihre eigenthümliche Bauart einen imposanten Eindruck. Die große Verschiedenheit ihrer äußeren Ausschmückung verleiht ihnen einen eigenthümlichen Reiz. Einige sind sinnreich und schön bemalt, oder mit falschen Piastern, Muscheln, Guirlanden und Blumenkörben geschmückt; andere sind, ähnlich wie die Terrassen, mit Platten von lackirtem Porzellan, AzulejoS genannt, bedeckt. Einen stattlichen