Bazaine in die erwähnten beiden Positionen nachgerückt war. Douay sollte dann die Stadt von Norden, Bazaine von Süden her einschließen. Dies wurde im Laufe des 17. und 18. ausgeführt. Der von dem Feinde befestigte und die Umgebung von Puebla theilweise beherrschende Cerro San Juan wurde am 19. von General Douay nach ziemlich lebhaftem Widerstand genommen, die nach Mexiko führende Straße besetzt und der von Puebla nach der Hauptstadt führende Telegrapbendraht abgeschnitten. Am 21. Abends waren die Mexikaner in starken Colonnen aus den Forts Guadalupe und Loretto herausgekommen; Forey erwartete einen Angriff gegen das schwach besetzte Amalucan und traf demgemäß seine Vorkehrungen. Allein es handelte sich nur um ein Scheinmanöver, um das Entkommen Carbajal's, der mit 500 Mann Cavallerie in die Stadt eingeschlossen worden war, zu begünstigen. Zum großen Verdruß Forey's glückte es Carbajal, auf diese Weise zu entkommen. Am Morgen des 22. versuchte die mexikanische Artillerie die Tragweite ihrer Geschütze gegen daS Hauptquartier und begrüßte den französischen Generalstab während des Frühstücks mit Kanonenkugeln und Haubitzen, die eine sehr gute Richtung hatten. Ein Geschoß schlug in die Kapelle ein, in der die Ofsictere Forey's schlafen. Zum Glück waren sie gerade in einem anderen Saale beim Frühstück. Am 22. wurde eine starke Recognoscirung gegen Choluta zu ausgesandt. 2000 Reiter Co- monfort's geriethen mit den von General Mirandol befehligten afrikanischen Chaffeurs in ein Handgemenge und wurden nach schweren Verlusten in voller Auflösung zurückze- trieben. Sie verloren wenigstens 200 Mann an Todten, während der Verlust der Franzosen sich nur auf 10 Todte und Verwundete belief. Am 23. wurden die Laufgräben eröffnet; während des 25., 26., 27. und 28. ward von beiden Setten lebhaft und unausgesetzt geschossen. Am 29. erfolgte dann der schon erwähnte Sturm aus daS Fort San Lavier.
„Wir haben nun", schreibt General Forey unterm 2. April, „in der Stadt festen Fuß gefaßt, und ich werde einen allgemeinen Angriff vorberetten, der, ich hoffe eS, uns zu Herren des größten Theiles der Stadt machen wird. Es ist vorauszusehen, daß die Mcxicaner sich in die Position von Loretto und Guadalupe zurückziehen werden, wo wir sie mit unsern großen Mörsern bombardiren werden. Ich habe zu diesem Zwecke unsern Vorrath von Geschossen aufgespart." Der Diario de la Marina von Havanna gibt mehrere von einem Reisenden, welcher am 3. Puebla verlassen hatte, herrührende Einzelheiten über die Belagerung. Der Zweck des Generals Forey war, sich des Exerzierplatzes und der Cathedrale zu bemächtigen, wo sich die Mcxicaner befestigt hatten. Hier war der Kampf erbittert; aber die ersten Häuser, die Laufgräben und zwei Hauptstraßen wurden bald eingenommen. Von dem Augenblicke an mußten die Franzosen ein Haus nach dem andern nehmen, indem die Sappeurs die Wände öffneten um den Kämpfenden den Weg zu bahnen. Die Zuaven und Tirailleurs bestiegen die Teraflen und richteten ihr Feuer hauptsächlich auf die Mannschaft einer auf die Cathedrale hin- aufgebrachten Batterie, welche den Belagerern großen Schaden zufügte. Das Feuer war mörderisch. Am 3. setzte die Angrtffscolonne ihr Vordringen, wenn auch langsam, fort, denn man machte ihr sehr lebhaft da- Terrain streitig; sie war nicht viel über hundert Meters vom Platze entfernt.
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