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ZutelligenzBlatt

brr freien Madi Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

JS 91 Dienstag den 2L April

1863.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 ft. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühjren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

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Frankfurt, 21. April. Die angestrengten Bemühungen der drei Leiter der aus­wärtigen Politik Oesterreichs, Frankreichs und Englands, eine Einigung dieser drei Staaten zu einem gemeinsamen Schritte für die Polen herbeizuführen, haben einen so bedeutungsvollen Schatten vor sich hergeworfen, daß jetzt die erzielte Einigung diesem Schatten gegenüber fast komisch erscheint; denn der Schritt, zu dem man sich ge­einigt hat, besteht einfach darin, daß die drei genannten Mächte ziemlich gleichzeitig an ihre diplomatischen Vertreter in 'Petersburg Depeschen gesendet haben, welche die Ai r- weisung enthalten, wie sie sich der Polen annehmen sollen. Der österreichische Gesandte hat danach dem Fürsten Gortschakow lediglich zu erkennen zu geben, wie Oesterreich der Ansicht sei, daß Rußland ganz und gar (m. eigenen Interesse handeln würde, wenn es den Streit mit den Polen in einer der öffentlichen Meinung Europas möglichst con­formen Weise schlichtete; der englische und französische Botschafter sollen sich in ihn« Unterredungen mit dem Leiter der auswärtigen Politik Rußlands auf der Basis der Kundgebung vom 2. März halten, nur soll der französische Botschafter der Wiener Ver­träge keine Erwähnung thun, sondern sich lediglich auf allgemeine Rücksichten berufen.. Man merkt nirgends eine Spur von jener Einigkeit, welche fast sechs Wochen lang mit großem Geschrei in Aussicht gestellt wurde, daß Rußland zu kriegerischen Vorbereitungen schreiten und in erster Linie den Hafen von Kronstadt in Vertheidigungszustand setzen zu müssen glaubte. ,-Jetzt, wo nach so gigantischem Kreißen eine so pygmäenhafte Ge­burt erfolgt ist, wird man sich in Rußland allerdings sagen, daß man nicht nöthig ge­habt hätte, wegen einer Richtigkeit die Finanzen und Arbeitskräfte des Reichs so gewaltig an- zuspannen; indeffen dient diese Anspannung jetzt dazu, der diplomatischen Demonstration der Tripleallianz eine militärische Demonstration entgegenzusetzen. Uebrigens hat Kaiser Alexan­der den Bemühungen der Vertreter-Oesterreichs, Frankreichs und Englands dadurch jeden Gegenstand genommen, daß er aus eigenem Antriebe eine Amnestie erlassen, und zwar in weit umfaffenderm Sinne, als der Tripleallianz auch nur in den Sinn gekommen war, denn letztere erhob sich in ihren Vorstellungen betreffs der Polen nicht über einen Appell an die Großmuth und Hochherzigkeit des Ezaren. Das vielgeschmähte Preußen hat dagegen den Kaiser Alexander schon längst auf eine Amnestie hingewiesen und nicht