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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

JS 76.

Dienstag den 31. März 1863.

Lbonnementspreis für's halbe Jahr 2fl. 30 kr . Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Aeberblick der GreiAuiffe im Webiete -sr politische« ««K mateViellen Interessen.

Frankiert, 31. März. Die jetzige Zollvereinskrisis erinnert an eine ähn­liche Krists, welche der Zollverein im Jahre 1851 durchzumachen hatte. Der in jenem Jahre mit Hannover und Oldenburg abgeschlossene Handelsvertrag stellte dem Zollver­ein Vortheile, aber auch große Opfer in Aussicht. Auch vor zwölf Jahren stand Preußen einer sich an Oesterreich anlehnenden Coalitton gegenüber. Aber damals waren die Chancen viel ungünstiger für Preußen, denn einmal hatte Preußen den Handelsvertrag mit Hannover und Oldenburg auf eigene Faust abgeschlossen, während es die August- verträge mit Frankreich im Auftrag und mit Zustimmung seiner Zollverbündeten abge­schlossen hat, und dann war die damalige Coalitton gegen Preußen viel umfassender und geschlossener als die heutige, welche streng genommen nur aus Würtemberg und Bayern besteht. Sachsen und Baden gehörten der heutigen Coalitton von Haus aus nicht an, Kurheffen ist bereits abgefallen und Hessen-Darmstadt wird unzweifelhaft ab­fallen, Hannover aber kann nicht aus dem Zollverein treten, ohne dadurch seine finan­ziellen Staats- und materiellen Landesintereffen bis zum Ruin zu beschädigen. Die Schrift: „Der Zollverein Deutschlands und die Krisis, von welcher er bedroht ist", be­rechnet, daß Hannover und Oldenburg im Jahre 1860 durch das ibnen gewährte Prä« cipuum bet der Vertheilung der Zolleinnahmen wenigstens 696,000 Thlr. mehr erhalten haben, als die Consumtion dieser Länder rechtfertigt. Aber wenn auch jetzt das Prâ- ctpuum ganz wegfiele, würde sich Hannover im Zollverein immer noch besser befinden

außerhalb desselben. Es kann daher in Wahrheit keine Rede von dem Austritt Hannovers sein. Was Bayern und Würtemberg betrifft, so werden auch sie, bevor sie sich zum Austritt entschließen, reiflich erwägen, ob sie im Bunde mit Oesterreich Ersatz finden können für die Vortheile, die sie mit dem Austritt aus dem Zollverein aufqeben. Da ste emen solchen Ersatz nicht erwarten können und da obendrein Oesterreich selbst nicht geneigt sein dürfte, bloß mit der südlichen Hälfte des Zollvereins einen Bund zu gründen, so ist volle Hoff­nung da, daß auch Bayern und Würtemberg schließlich vorziehen werden, im Zollverein zu bleiben. Süddeutsche Blätter wollen in der preußischen Depesche an den Grafen Perponcher in München, in welcher die Antwort auf die bekannte bayerische Circular- depesche enthalten ist, einen Inhalt gefunden haben, welcher darauf Hinweise, daß die