Intelligenz-Blatt
der freien Madl Frankfurt. verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 74. Samstag den 28, März 1863.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete Ssr politische» und materiellen Interessen.
Frankfurt, 28. März. (Unfälle auf deutschen Eisenbahnen im Jahre 1861.) Von den 6072 Millionen Reisenden, welche im Jahre 1861 auf den Linien des deutschen Eisenbahnvereines zusammen 336 Millionen Meilen Weges zurückgelegt haben, sind nach der amtlichen Statistik im Ganzen nur 13 beschädigt und 5 getödtet worden, und zwar befinden sich unter diesen 18 Unfällen nur 7 unverschuldet, nämlich 6 Beschädigungen und eine Tödtung in Folge der den Zügen zugestoßenen Unfälle; die anderen Verletzungen ic. waren durch die eigene Unvorsichtigkeit der Paffagiere beim AuS- und Einsteigen rc. veranlaßt. Hiernach kam also überhaupt eine Beschädigung an Leib oder Leben auf 3,361,142 Personen und 18,6 Millionen Personenmeilen, je eine Tödtung aber erst auf 12,1 Millionen Reisende oder auf 67,2 Millionen Personenmeilen; eine unverschuldete Tödtung erst auf 60y2 Millionen Reisende. Trotz dieses günstigen Verhältnisses können wir aber dennoch nur rathen, auf Reisen sein Leben besonders zu versichern, denn es bleibt immer ein höchst schlimmer Trost, nur der eine Getödtete oder einer der wenigen Beschädigten selbst unter Millionen zu sein, die Kurkosten tragen zu müflen u. s. w., während man mit einer höchst kleinen Prämiesich im Fall der Verletzung oder bei bleibender Arbeitsunfähigkeit einen vorübergehenden oder einen lebenslänglichen Unterhalt oder bet erfolgtem Tod für seine Familie ein Capital zu sichern vermag, von dessen Rente sie leben kann. Bedienstete und Arbeiter der Eisenbahnen wurden in jenem Jahr 225 beschädigt (darunter nur 26 unverschuldet), dann 115 getödtet, darunter 7 ohne ihre Schuld. Von anderen als den bisher genannten Personen fanden durch die Eisenbahn 90 ihren Tod und 34 wurden beschädigt; 36 darunter hatten die Bahnen in selbstmörderischer Absicht betreten und sind auch 34 davon wirklich getödtet worden. Alle diese hier zuletzt genannten 124 Personen haben aber, mit Ausnahme von nur 2, die sie betroffenen Unfälle sich selbst zuzuschreiben, und zwar hauptsächlich wegen unbefugten Betretens der Bahnhöfe oder der Geleise. Faßt man die Zahl sämmtlicher Unfälle zusammen, so ergeben sich für das Jahr 1860 im Ganzen 272 Verletzungen an Personen und sind 210 Verluste an Menschenleben zu beklagen, worunter 48 Beschädigungen und 11 Tödtungen ohne die Schuld der Betreffenden angenommen werden können.