Intelligenz-Blatt
der freien Sindt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
Jg 62. Samstag den 14. März 1863.
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Kra«kf«rt, 14. März. Das neue englische Blaubuch hat den Dänen eine sehr unangenehme Ueberraschung gebracht. Schon aus Lord Russells Depesche vom 21. Jan. d. J. geht hervor, daß nicht bloß England bet seiner Verurtheilung der dänischen Politik verharrt, sondern daß auch Schweden, auf dessen angebliche Unterstützung Dänemarks die dänischen Blätter bislang so große Hoffnungen setzten, dieser Verurtheilung ziemlich unumwunden beipflichtet. Noch stärker, als in der angeführten Russell'schen Note, ist dies in einer Depesche des englischen Gesandten in Stockholm, Mr. Zerntng- Ham, vom 29. October 1862, an den Grafen Russell ausgesprochen. Der englische Gesandte berichtet in derselben über eine Unterredung, die er mit dem Grafen Manderström gehabt. „Graf Manderström", schreibt Mr. Jerningham, „machte einige Bemerkungen, betreffend die allgemeine Frage. Diese gingen wesentlich darauf hinaus, daß die Vorschläge der englischen Regierung ihm unpractisch und unbillig zu sein schienen, indem es der dänischen Regierung so gut wie unmöglich sein dürfte, mit vier Parlamenten zu regieren, da in andern Ländern oft ein Parlament als zu viel befunden würde, und daß die Wagschale zwischen Dänemark und Deutschland nicht gleich gehalten zu sein schiene; daß er jedoch nicht ohne Hoffnungen sei, daß schließlich ein befriedigendes Arrangement aus diesen Vorschlägen hervorgehen könnte, daß er niemals aufgehört habe in Kopenhagen zu predigen, daß, obwohl die dänische Regierung ihre Verpflichtung, Schleswig nicht zu incoiporiren, erfüllt zu haben scheine, sie doch sicher ihre Verpflichtung, die Deutschen in diesem Herzogthum auf gleichen Fuß mit den Dänen zu stellen, nicht erfüllt habe; daß er fortfahren werde Mesen Weg bis zum Aeußersten zu verfolgen; daß die Einführung der betreffenden Gleichheit Seitens der dänischen Regierung Muth erheische, da die Sache bei den DânenZsehr unpopulär sei, daß aber ein Ministerium verpflichtet sei entweder Muth zu haben oder sich zurückzuziehen, daß er eine deutsche Execution im Winter nicht fürchte, daß ^ es aber unmöglich sei zu sagen, was im Frühjahr eintreten könne, wenn die dänische Regierung fortfahre die Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu unterlassen, wohingegen sie, wenn sie erst dieselben erfüllt hätte, ohne Furcht auf allgemeine Sympathie Anspruch machen könne.