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Intelligenz-Blatt

der freien Stadl Frankfurt, /fT^. verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpsörtchen, Schlachthausgaste 21.)

^ 52>Dienstag den 3. März 1863.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2fL 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

UZberbliE der WeeLgRiffe LM Gebiâ dE politische« N«d WârèeAsn Jntesefse«.

Urankfurt, 3. März. (Das Leben in New-York.) Der New-Yorker Correspondent der Times schildert die im Gegensatze zu den inneren Bedrängnissen der Republik immer noch glänzende und mehr als je das Unglück des Staates verleugnende Außenseite New-YorkS. „Die große Stadt, sagt er, scheint in Freude und Luxus zu schweigen. In den Straßen wogt und drängt sich der Handel. Die Theater haben nie vorher so ungeheure Volksmengen ausgenommen und was sich die Gesellschaft nennen läßt, jagte nie mit entschiedenerem Eifer nach Zerstreuung. Die einzigen Zeichen, daß Krieg im Lande ist, find die Fähnlein an den Werbebureaus und dann und wann ein einarmiger oder ein stelzfüßiger Held, der in den Straßen und den Parks herumlungert. Wäre dies nicht, so würde die Stadt das Bild ungestörten Friedens und Glückes dar­bieten. Die Bummler und die Lumpen sind alle dem Kriege nachgezogen und sicher die Hälfte von ihnen liegt als eine Speise der Krähen und Raben auf den Schlachtfeldern Virginiens und Tenneffee's, so daß die Stadt selbst zu keiner Zeit so frei und unbe- lästigt von scandalisirendem Gesindel war. Die papiernen Dollars fliegen von Hand zu Hand in nie dagewesener Menge, und so groß sind die täglichen Ausgaben der Regierung, so enorm die Gewinnst« der Lieferanten, Spekulanten und Börsenspieler, daß alle Geschäfte und Fabriken, welche den Luxus unter­stützen, zu ungeahnter Ausdehnung steigen. So mancher Abenteurer und Strolch, der früher nicht den rothen Heller in der Tasche hatte, fährt jetzt mit Vieren in eigener Equipage. Die Juweliere, Setdenhändler, Posamentirer kommen nicht zu Athem, um den Bedürfniffen der neuen Elaste zu genügen, welche jetzt durch Verschwendung und Gastlichkeit den Zugang zur „Gesellschaft* erobern will. Nie wurden in einer Woche so viele Diamanten, soviel Seide, Damast, Sammt in New-York verkauft, wie zetzt. Eine „Shoddy"- Aristokratie hat sich in den Vordergrund gedrängt, der alle Dinge des Luxus, alle Schaustellungen des Reichthums etwas neues und fremdes sind. Aber mit Papier kann man das alles ja haben. Die Ptanoforte-Fabriken sind nicht im Stande, der Nachfrage Nach den feinsten und theuersten Instrumenten zu genügen, deren Käufer meist nicht einmal Dur von Moll zu unterscheiden wissen. Und nicht ist es aller« diese Classe der homines novi, die sich auS den verschwenderischesten Ausgaben für Luxus-