Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-Blatt

der freien MM Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

Jg 46. Dienstag den 24 Februar 1863.

Abounementsprets für's halbe Jahr 2fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Usberblick Nr GxeLg«iife im GebLeÄs ÄE pslitLschsN U»d MaLeresAen Jutersffen.

Krankfttrt, 24.Februar. (Die Vereinigten Staaten von Nordamerika.) Der Bürgerkrieg in der transatlantischen Demokratie neigt ft* sichtbar einem sehr trau­rigen Ende zu. Als er begonnen wurde, sagte man den Unionisten wiederholt und nach­drücklich; ihr könnt den Süden erobern aber nicht unterwerfen; am Tage nach der ent­scheidenden Schlacht müßt ihr den Besiegten ihr Stimmrecht und mit dem Stimmrecht wieder die Freiheit zur Secession zurückgeben. Die kriegführenden Republikaner des Nordens dachten aber anders. Sie vermutheten, daß es im Süden eine heimliche Frei- bodenpartet gäbe, die, eingeschüchtert von dem Grimm der herrschenden Mehrheit, ihre Bundestreue laut nicht zu bekennen wagte. Man wußte sogar die Stärke dieser Partei in Ziffern anzugeben. Alle Wähler die bei der vorletzten Parteilotterie ihre Zettel für den hoffnungslosen Fillmore abgegeben hatten, schienen maskirte Bundesgenossen der nördlichen Republikaner gewesen zu sein. Sie stimmte« für den Nativistenhäuptling, weil sie nicht wagten für Fremont zu stimmen, und sie gaben ihre Stimmen für jenen ab, um sich ihrer Stärke bewußt zu werden. Es hat sich aber gezeigt, daß eine solche heimliche Freibodenpartei im Süden nicht vorhanden war, und daß die einstmaligen Wähler des Nativisten Fillmore so gut wie die heftigsten Prosclavereimänner die Waffen gegen den Norden ergriffen haben. Wenn also die bundestreuen Heere Virginien und Süd-Carolina erobert hätten, so würde ihnen nichts übrig geblieben sein, als diese „Freistaaten" in Belagerungszustand zu versetzen und sie wie eroberte Provinzen zu behandeln.

Der Krieg wurde auch nicht von dem gesammten Volke in der nördlichen Union gut geheißen, sondern nur von der zufällig siegreichen Partei der Republikaner. Diese Partei ist bei den letzten Staatswahlen unterlegen und wird daher nach den politischen Witterungsgesetzen der überseeischen Demokratie auch bei der nächsten Präsidentenwahl unterliegen, um wieder den Demokraten Platz zu machen, zu deren Credo theilweise das Recht der Secession gehört, ganz allgemein aber der Satz, daß man gegen Secesfiomsten keine andern Zwangsmittel anwenden dürfe, als Achselzucken und Geduld. Der Rück- schlag der öffentlichen Meinung gegen die Unfähigkeit der Republikaner, die nichts er­reicht und viel verwüstet haben, wird nothwendig ein sehr heftiger, vielleicht ein ver-