Intelligenz-Blatt der freien Sta-l Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 34. Dienstag den 10. Februar 1863.
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Frankfurt, 10. Februar. (Das Stein öl in den Vereinigten Staaten von Nordamerika.) Aus den Häfen Ler Nord-Union wurden in neun Monaten, vom 1. Januar bis 30. September 1861, ausgeführt nur 368,982 Gallonen Steinöl; in demselben Zeitraum 1862 war aber die Ausfuhr schon auf 6,294,8 9 Gallonen gestiegen. Dazu kommt noch der Verbrauch im Lande selbst, der einen immer größeren Umfang annimmt.
Die Erläuterungsschriften, welche den Zahlen des achten Census von 1860 beigegeben sind, enthalten ausführliche Nachweisungen über dieses wichtige Erzeugniß; wir entnehmen denselben auszugsweise das Folgende: Petroleum, Stein- oder mineralisches Oel war schon den Alten bekannt und wurde von ihnen vielfach benutzt. Schon Herodot erwähnt dasselbe. In seinem flüssigen Zustande findet man es zum Beispiel an den Küsten des Kaspischen Meeres (Baku), in Barmu und in Italien, und nannte es Naphtha. Die festeren Elemente derselben Substanz sind vorherrschend im Asphalt und Bitumen; man findet dasselbe in Menge auf der Insel Trinidad, wo ein ganzer Asphaltsee vorhanden ist und im Todten Meere.
In Nordamerika wurde den weißen Bewohnern das Steinöl in der Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, und zwar durch die Seneca-Indianer. Diese fanden es im Oil Creek, einem Bache, welcher in dem pennsylvanischen County Venango in den Alleghany- fluß mündet; sodann auch unweit von den Quellen des Geneseeflusses im Staate New- Aork. Damals nannte man es Seneca- oder Genesee-Oel. Die Indianer verwandten dasselbe bei ihren religiösen Feierlichkeiten und als Mittel gegen Wunden. Die Quelle am Oelbache wurde vor etwa 40 Jahren gefaßt; der Eigenthümer schöpfte das Oel ab und hatte eine reichliche Einnahme. Es ist ermittelt worden, daß vor mehr als hundert Jahren die Franzosen, welche damals im Befitze des Misfissippithales waren, manche Nachgrabungen auf Oel veranstaltet haben.
Bis zum Jahre 1845 scheint man Nicht gewußt zu haben, daß es in großer Menge vorhanden sei. Als man damals in der Nähe von Tarentum, 35 Miles oberhalb Pittsburgh am Alleghanyfluffe auf Salz bohrte, traf man eine Oelquelle. Sofort bildete sich in Newyork eine Gesellschaft zur Reinigung desselben, aber die Ergebnisse fielen nicht befriedigend aus und die Sache ruht« eine Zeit lang.