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Intelligenz-Blatt

der freien MM Frankfurt. verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankjurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

J£ 16.

Dimstag den 20. Januar

1863.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

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Frankfurt, 20. Januar. Man schreibt der „Norddeutschen allgemeinen Ztg." vom Main: „Die „Bundesreform" bildet seit geraumer Zeit die Tagesordnung jener süddeutscben Organe, welche hinter dem Aushängeschild: „Großdeutschland" einen Komplex von Kleindeutschländern bergen. Die Particulargesetzgebung und die Einzel- Verwaltung sollen auf der Grundlage der nationalen Einheit reformirt werden. In den Zeitungen ist diese „Einheit" wohlfeilen Kaufes durch das Wort zu erreichen. In der Praxis gewahrt man nicht einmal den Schatten einer Einigkeit, die doch die unerläßliche Bedingung der Einheit sein würde.

Die Einigkeit wird schon kommen, wenn Preußen nur will, erklären die „groß­deutschen" Zeitungen, und die österreichische „Generalcorrespondenz" erläutert den Ge­sichtspunkt einer „Verständigung", für welche allein die preußische Politik ein Stein des Anstoßes sein soll, dahin, daß Preußen „diese oder jene Genugthuung nicht dafür ver. langen könne." Dann sind „Oesterreich und die anderen deutschen Staaten bereit, einen, Gesammtdeutschland umfassenden, den Bund von Außen nach Innen kräftigenden Vor­schlag Preußens, der den Machtverhältnissen jedes Staates und jeder Staatengruppe und Deutschlands entspricht, in die ernsteste Erwägung zu ziehen."

Das heißt mit anderen Worten, Preußen soll Vorschlägen, wie das Werk An- cillonS, welches für Deutschland keine schlechten Früchte getragen hat, mit den öster­reichischen Interessen vermittelt werden kann; denn daß eben dieses Werk: Der Zollverein mit seinen weiteren Consequenzen der Anstoß der Reformexperimente ist, liegt auf der Hand. Aber ein solcher Vorschlag ist ja Oesterreichs Sache. Metternich verstand die Vermittlung nicht, oder wollte sie nicht verstehen, oder hielt sie für unmög­lich, jedenfalls aber für Oesterreich unthunlich. Er ließ der Entwickelung des Zollver­eins seinen Lauf.

Der Gesichtspunkt Oesterreichs ist in dem Gange der europäischen Ereignisse ein anderer geworden, aber der Standpunkt Preußens ist derselbe geblieben: ein deutscher und zwar ein sehr konservativ deutscher; denn Preußen hat von eben diesem Stand­punkt aus in Sachsen und Baden gekämpft, die Revolution vernichtet.