Zutelliaenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt, ^S verbunden mit dem 'Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 10. Dienstag den 13. Januar 1863.
Abonnementspreis für's halbe Jahr 2fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.
Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zele.
UeberbttE -er (Ereignisse im ©ebiete Nr politische« und materiellen Interessen.
Frankfurt, 13. Januar. Wir lesen in der „Nordd. allgem. Ztg.": „Wir können uns nur aufrichtig freuen, wenn die preußische Regierung durch das Verfahren ihrer Bundesgenoffen nicht in die Lage gesetzt wurde, die Verstimmung, welche ohne Zweifel zwischen derselben und dem Oesterreich-Würzburger Lager herrscht, einen öffentlich erkennbaren Ausdruck zu geben. Wir hören in dieser Beziehung, daß die Anführungen, welche Graf Thun auf seiner Durchreise nach Petersburg gemacht hat, den Anlaß geboten haben, vertrauliche Mittheilungen von derselben versöhnlichen Tendenz wie die früher dem Grafen Karolyi und dem Freiherrn von Werthern gemachten, nach Wien gelangen zu laffen. Die Verständigung über die, augenblicklich in Frankfurt schwebenden Differenzen ist von Seiten der Gegner Preußens sehr leicht einzuleiten. Die königliche Regierung ist eben so fern davon, Streit zu suchen, als bereit, die Hand zur Ausgleichung der Mißverständnisse zu bieten, welche sie vorgefunden hat. Sie hat nicht die Gewohnheit, diplomatische Verhandlungen dadurch zu erschweren, daß sie vertrauliche Mittheilungen fremder Cabinette den in- und ausländischen Parteiblättern als Material zu Angriffen und Entstellungen überliefert, sie wird im Gegentheil stets bemüht sein, dahin zu wirken, daß ihre Beziehungen zu andern Cabinetten in einem angemessenen Ton besprochen werden; sie wird es ebenso durch das Herkommen wie durch das eigene Ehrgefühl für geboten erachten, vertrauliche Mitheilungen fremder Cabinette anderen Regierungen gegenüber, sowie in der Preffe mit Diskretion zu behandeln. Es ist nicht schwer, durch ein entgegengesetztes Verfahren und durch einen Anflug von populärer Derbheit bei Besprechungen internationaler Verhältniffe eine momentane Anregung für das zettungslesende Publikum zu erzielen. Die preußische Regierung legt auf derartige Erfolge nicht genug Gewicht, um über dieselbe das Gefühl der eigenen Würde und die befreundeten Regierungen schuldige Achtung aus den Augen zu setzen. Es würde aber einer schließlichen Verständigung über streitige Fragen niemals förderlich sein, wenn man aus der Mäßigung in der Form, wie sie durch dre vorstehende Anschauungsweise etngegcben wird, auf Mangel an Festigkeit in der Sache schließen wollte. Auch das östereichtsche Kabinrt würde Nichts an dem „fortiter in re“ verlieren, wenn es das ,,suaviter in modo“ mehr als bisher berücksichtigen und sich dabei überzeugt halten wollte, daß offiziöse Verbindungen in der