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der freien MM Frankfurt. /^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frantsurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.) '^^^^'
J£ 299. Donnerstag den 18. December 18ßL
VeberbliS -er Greignisse im WebLsts der pslètLsche» und MKteriellen Interessen.
Frankfurt, 18. December. (Die Baumwollennoth in England.) Der Korrespondent Ler A. Allg. Ztg. in London sucht die Vorstellungen von der in England herrschenden Baumwollennoth folgendermaßen anf ihr richtiges Maß zurückzuführen: Erstens ist unser Baumwollenvorrath keineswegs erschöpft. In diesem Augenblick liegen in Liverpool 300,000 biS 400,000 Ballen meist indischer Baumwolle, und die abenteuerlichste Speculation in diesem Artikel hat nie aufgehört. Als Folge deffen ist der Preis weit über den wirklichen Werth hinaufgetrieben worden, und der Fabrikant will zu diesem enormen Preis den Rohstoff nicht kaufen, weil er die daraus fabricirte Waare zum Marktpreis der jetzt vorhandenen Baumwollzeuge zu verkaufen hatte, welche noch vor dem Eintritt der Klemme fabricirt worden sind. Entweder der Preis der Baum- wollzruge muß sich auf das Preisniveau des Rohmaterials heben, oder der Preis des letzteren muß fallen. Gegenwärtig stehen also die Mühlen still, nicht weil keine Baumwolle vorhanden, sondern weil diese so theuer ist, daß die Fabrikanten bei Verarbeitung derselben keinen Gewinn herausspringen sehen. Zweitens hat der Mangel oder verringerte Vorrath an Baumwolle und die Stillstellung der bezüglichen Fabriken den Ma- nufacturen von Wollen-, Hanf-, Leinen-, Jute- und gemischten Zeugen einen enormen Aufschwung gegeben. Zieht man diesen Umstand mit in Rechnung, so erscheint das Verhältniß des Baumwolle-Interesses zu unserer allgemeinen Industrie wirklich viel, viel geringer als man bisher insgemein angenommen hat. Ich glaube nicht, daß mehr als ein Sechstel der englischen Arbeiterbevölkerung zur Zeit wirklich Noth leidet, und die anderen fünf Sechstel sind mit hohen und steigenden Löhnen vollbeschäftigt. Und dabei bewerkstelligt sich folgerecht ein rascher Uebergang jenes Bruchtheils, deffen bisherige besondere Beschäftigung ins Stocken gerathen ist, in andere Gewerbszweige. — Hiernach trägt die Noth einen örtlich beschränkten Character an sich: Manchester, Blackburn, Ashton, Preston, Rochdale und andere bisher rein auf die Baumwollspinnerei angewiesene Städte von Lancashire und Cheshire sind allerdings von schwerem Leid heimgesucht ; aber man gehe über das Moor nach der großen Grafschaft Porkshire, und man wird alles voll regen Lebens finden durch das blühende Wollengewebe. Das Auffallendste ist, daß Liverpool, der große Baumwollhafen und die halbamerikanische Stadt, gar keine Noth leidet. Ihr Handel war nie schwunghafter als er es jetzt ist. Sie hat sich mit all ihrer Straft in den brasilischen, Levante- und westafrikanischen Handel geworfen, und zu keiner Zett hat man in Liverpool mehr Geld verdient, größere Vermögen gemacht, als gegen-