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Intelligenz-Blatt der freien MM Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den FrauNurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 297. Dienstag den 16 December 1862.

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Frankfurt, 16. December. Durch die Zustände in Griechenland wird die Aufmerksamkeit wieder auf die jetzt lebenden vertriebenen und entthronten Herrscher, sowie auf die verschiedenen Thronprätendenten, welche durch revolutionäre Bewegungen verdrängt wurden, gerichtet.

Nachfolgende Zusammenstellung dürfte deßhalb im jetzigen Zeitpunkt nicht ganz un- intereffant sein.

Nach chronologischer Reihenfolge geordnet, nimmt den ersten Platz unter den ver­triebenen Fürsten der Ex-Herzog Karl von Braunschweig ein; er flieht am 7. September 1830 auS seinen Landen, wird vom deutschen Bunde für regierungsunfähig erklärt und lebt jetzt in Paris. Ihm zunächst folgt Dom Miguel von Portugal; nachdem sich der­selbe laut Decret vom 30. Juni 1828 zum Könige erklärt, wird er genöthigt, am 1. Juni 1834 Portugal zu verlaffen; er lebt auf Schloß Heubach in Bayern. Das Jahr 1859 vermehrt die Zahl der Ex-Regenten beträchtlich. Leopold JL, Großherzog von Toscana, verläßt Florenz im Mai 1859 und legt die Krone zu Gunsten seines gleichfalls mitvertriebenen Sohnes Ferdinand nieder. Er wobnt in Böhmen, sein Sohn abwechselnd in Oesterreich, Bayern und in der Schweiz. Sein Schicksal theilten Rr- bert I., Herzog ron Parma, und Franz V., Herzog von Modena. Der erstere lebt mit seiner Mutter Louise von Bourbon in Luzern, der letztere hat seinen Wohnsitz in Wien aufgeschlagen. Ein Jahr später folgt ihnen in's Exil Franz II., König beider Sicilien, gegenwärtig in Rom wohnhaft. Er, sowie die drei erstgenannten italienischen Herrscher, wurden durch Plebiscit (allgemeine Volks-Abstimmung) des Thrones für verlustig erklärt. König Otto von Griechenland, durch Decret der provisorischen Regierung in Athen am 23. Oct. 1862 des Thrones entsetzt, schließt für jetzt die Reihe der vertrie­benen Herrscher ab.

Der Thronprâtendenten gibt es zur Zeit nur drei. Unter ihnen ist'der älteste, Heinrich Karl Ferdinand Marie Dieudonne von Artois, Herzog von Bordeaux; er ver­läßt Frankreich am 16. August 1830, nennt sich dermalen Graf von Chambord und residirt zu Frohsdorf in Oesterreich. Der zweite französische Thronprätendent ist Lud­wig Philipp Albert von Orleans, Graf von Paris; er lebt abwechselnd in Deutschland und England (Claremont). Endlich noch Don Juan von Bourbon, Prätendent von Spanien; er wohnt zeitweilig in Parts, zeitweilig auch in London.

Seit dem Jahre 1830 also sieben entthronte Könige und Fürsten; rechnet man da-