ZuteHtgenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, M und den Frankjurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
JS 295. Samstag den 13. December 1862.
Ueberblick des GreignM im Gebiete der politischen und mnterèeAen Interessen.
Frankfurt, 13. December. Die Rede des Kaisers Napoleon bei der Einweihung deS Boulevard du Prince Eugène lautet nach dem Moniteur wie folgt: „Herr Präfect! Meine Herren Mitglieder des Municipalraths! Ich wollte der Einweihung dieses neuen Boulevard prästdiren, um Ihnen für Ihre unermüdliche Hingebung für die Interessen dieser großen Stadt zu danken. Die Hauptstadt umwandeln, indem mau sie größer und schöner macht, das heißt nicht nur, mehr Häuser bauen, als man einreißt, und einer Menge verschiedener Jndustricen Arbeit geben, es heißt auch, überall Gewohnheiten der Ordnung und Sinn für das Schöne einzuführen. Diese geräumigen Straßen, diese architektonischen Häuser, diese Allen geöffneten Gärten, diese artistischen Monumente erhöhen das Wohlbehagen und vervollkommnen den Geschmack. Und wenn man denkt, daß Sie neben diesen umfangreichen Arbeiten auch die öffentlichen Wohlthätigkeitsanstalten vergrößern, die kirchlichen und Schulgebäude vermehren, so muß man Ihnen Dank wissen, daß Sie so viele nützliche Dinge thun, ohne irgendwie die guten Finanzen der Stadt zu gefährden. Meine stete Sorge ist, Sie wissen es, die Mittel zu suchen, um der momentanen Abnahme der Arbeit abzuhelfen und Wohlstand unter den arbeitenden Klaffen zu verbreiten. Die Frage der öffentlichen Verpflegung hat jüngst noch meine besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen. In Folge der letzten Berathung im Staatsrath werden einige nützliche Reformen in der Bäckerei eingeführt werden. Ich bin übrigens entschlossen, das System der Compensation modificirt beizubehalten und je nach den Localitäten eine officielle oder officiöse Taxe einzuführen. Ich muß Ihnen auch für die Mitwirkung danken, welche Sie einer aus der Initiative der Kaiserin hervorgegangenen Stiftung geliehen. Diese Stiftung, welche dem ehrlichen und arbeitsamen Handwerker Capitalien zu Gebote stellt, straft das alte Sprichwort Lüge, daß man nur dem Reichen leiht. Wenn, wie ich hoffe, diese Institution sich entwickelt, so wird es tröstlich sein, zu denken, daß ein guter Ruf ein wahrhaftes Besitzthum ist, welches Vortheile und Garantiern bietet. Die Werke des Friedens empfehlen sich um so mehr, wenn man die ruhmreichen Erinnerungen unserer Geschichte daran knüpft. Deshalb habe ich gewollt, daß der neue Boulevard, welcher einer der gewerbthätigsten Vorstädte durchschneidet, den Namen des Prinzen Eugene trage, dieses Kind von Paris, im Alter von 14 Jahren Ordonnanzoffizier des Generals Hoche, eines der Helden des Rückzugs aus Rußland, der, ehe er Frankreich und den Kaiser verließ, lieber die italienische Krone aufgab, welche die verbündeten S ouveräne ihm anboten. Ich vermag es nicht zu sagen, wiè sehr es mich rührte,