Intelligenz-Blatt
der freien S'M Frankfurt. verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankjurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpsörtchen, Schlachthausgasse 21.)
Jg 29L Dienstag den 9. December lÄ
UeberblèF der Wreigsriffs im GsbLeLe der politischen und RmterisVen JnterEen.
Frankfurt, 9. December. (Zur italienischen Frage.) Die Gazetta Uffi- ciale theilt folgende Anrede mit, welche Herr v. S artig es bei Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens dem Könige von Italien vorgelesen habe: „Sire! Da ich durch das Vertrauen des Kaisers zu der Ehre berufen bin, seine Regierung bei der Regierung Ew. Majestät zu vertreten, liegt es mir als angenehme erste Pllicht ob, die mir direct von meinem erhabenen Herrscher ertheilten Versicherungen seiner aufrichtigen und fortwährenden Gefühle der Zuneigung und Sympathie für Ew. Majestät und Italien zu übermitteln. Ich werde seinen Ansichten entsprechen, indem ich mich bestreben werde, die zwischen Italien und Frankreich bestehenden guten Beziehungen aufrecht zu erhalten, eine Aufgabe, welche mir durch den Wunsch leicht gemacht werden wird, Ew. Majestät aenehm zu sein, und durch das hohe Wohlwollen, um welches ich zum Voraus nachsuche. Ich habe die Ehre, dem Könige die Beglaubigungsschreiben zu überreichen, durch welche Se. Majestät der Kaiser der Franzosen mich bei seiner erhabenen Person als außerpr- dentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister beglaubigt." Der König antwortete, er freue sich außerordentlich, aus dem Munde eines unmittelbaren Vertreters des Kaisers Napoleon die Versicherungen seiner aufrichtigen und besondere« Gefühle der Zuneigung zu seiner Person, so wie die der Sympathie für Italien zu vernehmen, dessen Geschick mit dem Frankreichs verbunden sei. Der König setzte hinzu, die Eigenschaften, welche den Vertreter seines erhabenen Verbündeten auszeichnen, seien ihm eine Bürgschaft, daß die Beziehungen zwischen beiden Regierungen den Charakter des gegenseitigen Vertrauens bewahren werden, der zwischen beiden Dynastie?« und Rationen vorhanden sei. — Die „Opimone" äußert über den Bildner des neuen Cabinets: „Die politischen Ansichten des Grafen Pasolini sind kein Geheimniß. Er nahm als Präfcct von Mailand seine Entlassung, als das Cabinet Ricasoli abtrat; er ist mit den angesehensten Männern der alten Majorität befreundet. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Graf Pasolini die Schwierigkeit der jetzigen Lage begreifen wird. Das Cabinet Rattazzi ist gefallen, weil sein Ursprung ein außerhalb des Parlaments liegender war; ein neues Cabinet, das wirklich Leben, Einfluß und Kraft haben will, muß vor Allem ein parlamentarisches seyn und sein Programm muß frank und frei die Grundsätze und Ideen des Programmes der Majorität ausdrücken. Obgleich das Cabinet Ratazzi sich vor jedem feierlichen Votum zurückzog, so hat sich doch im Lande die Ueberzeugung befestigt, daß die alte constitutionelle Majorität, nachdem sie sich neugestaltet hat, eine compacte Masse bildet." Die jetzige Majorität wird, wenn