Intelligenz-Blatt
der freien Mndl MnkfurD?
verbünd«» mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpsörtchen, Schlachthausgasse 21.) :
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M 281. Donnerstag den 27. November
1882.
-7-----——---- -^T ----:—p-----------------' la Aff tt j fF---* Inserate, welche möglichst den folgenden Tag nach der Aufgabe im Jntelligenzblattel erscheinen sollen, werden, bei herannahendem Weihnachlsfeste, Vormittags von der Expedition erbeten.
««berbltck »et @rei6*iff< iw Gebiet« der politischen" u»b materielle» Interesse».
Frankfurt, 2t. November. (Die französische Gemeinde in Neu-Isenburg) Bei der Wichtigkeit, welche nationale Fragen in dem heutigen politischen und Kulturleben Europa's einnehmen, ist es auffallend, daß noch kein Historiker sich der Aufgabe unterzogen hat, die Mischung der europäischen Völker, in. ihreq lGrundzügen dar. zustellen. Es war eine merkwürdige Fügung, daß gerade aus Frankreich durch die Aufhebung "dL Edicls von Nantes 1685 dem zertretenen, verarmten und entvölkerten Deutschland so wichtige Elemente einer wohlhabenden, gewerbfleißigen und charakter-' I festen Bevölkerung zukommen müßten. Die französische Regierung hab 1852 ihre Gesandtschaften beauftragt, Nachrichten über die in ihrem Geschäftsbereiche befindlichen- ) Niederlassungen französischer evangelischer Religionsflüchtlinge (Réfugiés) zu sammeln. Das auf diese zusammengebrachte Material ist in dem Werke von Karl Weiß: Histoire des Rèfugiés protestants de France depuis la révocation de Fédit de Nantes juscppâ, nos jours. Paris 1853 (2 Bände) verarbeitet, und davon ist 1854 in Karlsruhe eine Bearbeitung erschienen unter dem Titel: „Uebersicht der Wanderungen und Niederlassungen französischer, savoyischer und niederländischer .Religionsflüchtltnge besonders nach uâl l in Deutschland". Einen weiteren, Beitrag hat Herr Pfarrer Weyell in Isenburg kürzlich geliefert durch eine im Selbstverläge herausgegebene Geschichte seiner Gemeinde. Es waren nicht gerade die reichsten der Religionsflüchtlinge, welche sich auf dem Gebiet des Grafen Johann Philipp von Isenburg und Büdingen ansiedeltcn, denn bis 1740 wurde die Besoldung des Pfarrers von den Vereinigten Staaten der Niederlande geleistet. Das gräfliche Privilegium datirt vom 20. Sept. 1699; es wurde 1755 geändert, da inzwischen deutsche Bewohner, welche eine lutherische Gemeinde bildeten, nach Isenburg übergesiedelt waren und zu der rein französischen Bevölkerung sich gesellt hatten; es litt weitere Abänderungen 1818 in Folge der Mediatisirung des Fürstenthums Isenburg. -----——-——
Von den noch jetzt vorkommenden französischen Familien stammen die Ahnen aus der Dauphine (Arnoul, Morest Pons, Passet, Martin, Robert, Boutans), aus Lothringen