Zntelligenz-BIatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, unb den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 269. Donnerstag den 13. November
1861
UeberbliÄ der Ereignisse im Gebiete der politischen und Materiellen Interessen.
Frankfurt, 13. November. Die „Südd. Ztg." theilt den Wortlaut der von Herrn V. Bismarck in der kurhessischen Frage an Herrn v. Usedom gerichteten Noti- ficrtion mit. Das Schreiben ist vom 15. October datirt und lautet:
„Nachdem seit Publikation der kurfürstlich hessischen Verordnung vom 21. Juni d. I., durch welche die Verfassung vom 5. Januar 1831 wieder hergestcllt und der Weg für Beilegung des Verfaffungsstreites betreten worden ist, fast vier Monate vergangen sind, vernehmen wir heute die Einberufung des Landtags, für den die Wahlen bereits am 24. Juni d. J. ausgeschrieben wurden, auf den 27. d. M. nach Kassel. Es ist also jetzt der entscheidende Augenblick gekommen, in welchem es gilt, in Kurhessen einen wirklichen und dauernden Friedensstand durch die vollständige und rückhaltlose Erfüllung aller in der Verordnung vom 21. Juni v. I. gemachten Zusagen Seitens der Regierung und durch eine gemäßigte und entgegenkommende Haltung Seitens der Ständeversammlung herbeizuführen, also nicht dem vieljährigen, zu einer Gefahr für Deutschland gewordenen Hader neue Nahrung zu geben. Wir halten zwar an der Hoffnung fest, daß die Regierungsvorlagen für den Landtag dieser völlig zweifellosen Aufgabe ganz entsprechen werden, und hegen zugleich die zuversichtliche Erwartung, daß der Landtag in seiner jetzigen Zusammensetzung im Rechte begründeten und dem Bedürfnisse des Landes wirklich gemäßen Vorschlägen der Regierung die für Beendigung des Verfaffungsstreites nöthige Zustimmung nicht versagen werde. Ueber unsere Auffassung der uns nahe berührenden Vorgänge in dem Nachbarlande haben wir uns im Verlaufe der Bundestagsverhandlungen, die zu dem Beschlusse vom 24. Mai d. I. führten, und während der damals unvermeidlich gewordenen außerordentlichen Maßnahmen gegen Ew. Excellenz oft ausgesprochen. Sie beruht auf den gegebenen Verhältnissen und wir können an denselben nur unbedingt festhalten; aber unser lebhafter Wunsch richtet sich dahin, daß die kurhessische Verfassungsangelegenheit fortan lediglich eine kurhessische innere Angelegenheit bleiben und daß uns und dem übrigen Deutschland recht bald die Befriedigung zu Theil werden möge, von dem kurhessischen Verfaffungsstreite nur noch als von einem vergangenen zu hören. In diesem Sinne wollen Ew. Excellenz gefälligst sich dort und namentlich auch gegen den kurhessischen Bundestagsgesandten über die Sache äußern.
Bismarck."
Seit dem 9. Nov. tagt in Berlin der Ausschuß des deutschen Handelstages. Der Ausschuß wurde vom Handelsminister Grafen v. Jtzenplitz empfangen. Der „Nieder-