ZnteMgenz-Blatt
det freien Stadt Frankfurt, verbunden niit dem Nuktsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, M^Mâ^A^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. t
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(Expedition: am Geistpsörtchen, Schlachthausgasse 21.)
J^ 255. Dienstag den 28. October 1862.
Ueberblick -er Ereignisse im Gebiete der politischen un- materiellen Interessen.
Frankfurt, 28. October. Das Kopenhagener „Dagblad" versucht das neueste Vorgehen Englands in der dänisch-deutschen Angelegenheit als eine isolirte Thatsache hinzustellen, der man kein irgend entscheidendes Gewicht beilegen könne. Es heißt darüber mit sichtlichem, hinter eine gezwungene Ironie verstecktem Aerger in der letzten Wochenschau vom 21.: „Der Graf v. Russell hat unterm 24. Sept, eine Depesche redi- girt, in welcher er mit seinem gewohnten Talente, die Lösung aller verwickelten Fragen zu lösen, den Versuch einer neuen, von ihm erfundenen Weise macht, um den Conflict Dänemarks mit Deutschland zu beendigen. Es ist wahr: Graf Russell tritt in allem Wesentlichen der deutschen Auffassung des Conflictes bei, indem er die von Deutschland an Dänemark gestellten Forderungen unterstützt. Um so zu handeln, setzt er sich nicht allein in Opposition, um so zu sagen, mit Allem, was er sonst offiziell geäußert und in politischen Actenstücken dem Parlamente unterbreitet hat, sondern er setzt sich auch sogar in Widerspruch mit den Prämissen, auf welche er seine Folgerungen stützt. Die Depesche des Grafen Russell ist eine diplomatische Monstruosität, welche unglücklicherweise beweist, daß die dänische Frage nicht so glücklich gewesen ist, um den so gerühmten Scharfsinn und Tiefblick des edlen Lord zu fesseln, noch, um der Gegenstand gründlicher Studien zu werden, welche die Staatsmänner Englands gewöhnlich jeder Angelegenheit von europäischer Wichtigkeit widmen. Der Conflict Dänemarks mit dem deutschen Bunde hat sich bis jetzt wie eine Partie Schach entwickelt, wo jeder Zug die Folge eines wohl überlegten Calculs gewesen ist, und wo man mit sehr feinen, selbst zu feinen Combinationen, wenn man will, angegriffen hat. Die Lösung, welche der Graf Russell, in der praktischen Manier der Engländer uns vorgeschlagen hat, wirft mit Einemmale alle Bauern um und durchhaut ganz einfach die Frage, indem sie der einen der Parteien gewonnenes Spiel gibt. Nun, durch einen für uns unseligen Zufall geschieht es, daß dies Deutschland ist." Dies ist freilich bitter I „Dagblad" verspätt seine Widerlegung der Russell'schen Note bis zu deren vollständigen Veröffentlichung und begnügt sich, seine Galle über den hauptsächlichsten Vorschlag: die Aufhebung der Gesammtverfassung für Schleswig, auszuschütten. Wir erfahren dann noch, daß die englische Depesche vom 24. Sept, den Cabinetten von Paris, Wien, Berim, St. Petersburg und Kopenhagen, aber, was sehr merkwürdig sei, nicht dem von Stockholm mttgetheilt worden sei. „Dagblad" will noch wissen, daß keine der neutralen Mächte dem Inhalte dieser Note zugestimmt habe. In Berlin habe man selbstverständlich afiplau-