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ZutelligenjBIatt der freien Madt Frankfurt. ^S verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, â^^^M und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.) '^^^

^ 249. Dienstag den 21. October 1862.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 21. October. Drouyn de Lhuys, der neue auswärtige Minister Napoleons, ist im Jahre 1802 in Melun im Departement Seine und Marne ge­boren. Sein Vater, ein reicher Generalpächter, ließ ihn das Collegium Ludwigs des Großen beziehen, wo er sich durch seine Talente und seinen Fleiß auszeichnete und einen Preis in der Rhetorik gewann. Mit Eifer widmete er sich darauf politischen und diplo­matischen Studien und wurde von der Juli-Revolution zum Gesandtschaftssecretär ernannt. In dieser Stellung gewann er eine gründliche Einsicht in die politischen Beziehungen seines Vaterlandes zu den übrigen Staaten der Welt. Als vollkommen geschulter Diplo­mat übernahm er dann im Jahre 1841 das Direktorium der handelspolitischen Abthei­lung im Ministerium des Auswärtigen und ward im folgenden Jahre für sein heimi­sches Departement in die Deputirtenkammer gewählt. Trotz seiner amtlichen Stellung stimmte er in der Pritchard-Frage — einer Zänkerei über die Entschädigung eines auf Otaheiti französischer Seits verletzten englischen Missionärs, die fast zu einem Kriege mit England geführt hätte, — mit der kriegerisch gesinnten Opposition gegen das Mi­nisterium und ward deßhalb von Guizot feiner Stelle enthoben. Von den liberalen Blättern wegen der bewiesenen Unabhängigkeit hoch gepriesen, saß er von nun an bis zu der Februar-Revolution im linken Centrum und zeigte sich als einer der entschieden­sten Gegner seines ehemaligen Chefs. Auch an der direkt zur Februar-Revolution füh­renden Reform-Banketbewegung nahm er lebhaften Antheil.

Nach der Proclamirung der Republik wurde Drouyn de Lhuys mit mehr als 41,000 Stimmen in die constituirende Versammlung gewählt, erhielt später einen Platz in den Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten und überreichte am 24. März 1848 im Auf­trag der Versammlung der Executiv-Commission einen Bericht, welcher brüderliche Ein­tracht mit Deutschland, Wiederherstellung der Unabhängigkeit Polens und die Befreiung Italiens als die Ziele der französischen Politik anempfahl. Bei der Erwählung des Prinzen Ludwig Bonaparte zum Präsidenten der Republik im December 1848 übernahm Drouyn de Lhuys im Ministerium Odilon Barrot das Portefeuille der auswärtigen An­gelegenheiten und sollte das Gleichgewicht zwischen den propagandistischen Bestrebungen der Majorität der Republikaner und dem Friedensbündniß, das aus der Lage Frank­reichs hervorging, erhalten. Er schloß sich dabei immer näher an die Person des Präsi­denten an und entwarf unter seiner Leitung die geheimen Instructionen für den General Oudinot, den die constituirende Versammlung zur Aufrechterhaltung der Republik nach