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Zutelligenz-Blatt

der freien Sindt Frankfurt.

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

Jtë 237. Dienstag den 7. October 1862.

Vf Abonnements auf Das Jntelligenzblatt, Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten werden täglich in der Expedition an-

genommen. ______________________________________

Ueberbliek der Ereignisse im Gebiete der politischen und msteriellen Interessen.

Frankfurt, 7. October. (Die Camorra in Neapel.) Diese Geißel ist ihrem Ursprünge wie ihrer Ausbreitung nach ein ausschließlich neapolitanisches Uebel. Sie ♦ ist nicht sehr alt, sie datirt aus den letzten Zeiten des Vicekönigthums. Im Anfang war die Institution, sagen wir es offen, ehrenvoll, da die Camorra den einzigen Zweck hatte, den Schwachen gegen den Mächtigen zu vertheidigen und für die Sache Unter­drückter sich jeglicher Gefahr auszusetzen. Später artete sie, wie Vieles in dieser Welt, aus und wurde ein Verein von Beutelschneidern, Dieben, Räubern und Mördern, und diese ruhmvolle Beschäftigung üben die Camorristen aus ohne Scham wie ohne Furcht am Hellen Tage, in den Häusern, den Kaufläden, auf den Straßen und Märkten, in den Kirchen, überall. Heutigen Tages ist die Camorra eine wirkliche Secte. Sie hat ibre Grundsätze, ihre Gesetze, Grade, Zeichen und ihren Eid.

Der Grade gibt es drei. Zuunterst stehen die „Knirpse" (picciotti), eigentlich Ahrlrnge; sie müßen Proben von Tauglichkeit, Eifer, Muth und Liebe geben Ans Elfer müssen sie jede ihnen befohlene Unternehmung ausführen, und wehe dem, der zittert, die Strafe würde eine schwere sein; ihre Liebe müssen sie dadurch beweisen daß sie den größeren Theil von dem, was sie „verdienen", an die Gesellschaft abgeben. Wenn sie eine bestimmte Zeit hindurch unzweifelhafte Proben von Muth und Verwendbarkeit abgelegt haben, so werden sie zum zweiten Grade befördert, wo sie nicht nur zahl­reichere und gefährlichere Aufträge auszuführen haben, sondern auch lernen müssen, Un- ternchmungen zu leiten und sich Gehorsam zu verschaffen. Werden sie auch hier tüchtig befunden, so versammelt sich die Gesellschaft, und besteht der Betreffende glücklich ein strenges Examen über seine „Ehrlichkeit," so leistet er den feierlichen Eid, der nichts S‘m«1Ä ^^ "" -"'« Di-b, Mörder «„d Ri-L-,

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