Intelligenz-Blatt
brr freien Stadl Frankfurt. verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,//« und den Frankturter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
J^ 235. Saulstag den 4. Oktober 1862.
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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 4. October. Die Richtigkeit der zuerst in der Hamburger Börsenhalle veröffentlichten Grundzüge der in Dresden zwischen Oesterreich, Preußen, Sachsen nnd Hamburg getroffenen Verabredung über einen neuen Ausgleichungsplan zur definitiven Erledigung der Elbzoll-Frage wird auch von anderer Seite bestätigt. Die preußische Regierung hat jetzt in der That das Aeußcrste gethan, was von ihr in dieser Sache erwartet werden kann. Preußen, welchem nach der Elb-Acte die Erhebung der bei Weitem größten Quote des Elbzolls zugewiesen ist und das dadurch die Verhinderung des directen Elbverkehrs von Sachsen und Böhmen in der Hand hat, erbietet sich zur gänzlichen Einstellung seiner Elbzölle ohne Ersatz, sobald Hannover, Mecklenburg, Dänemark und Anhalt sich bereit finden lasten wollen, die allseitig als nothwendig anerkannten Ermäßigungen des Elbzoll-Tarifs zu bewilligen und dafür den ganzen Ertrag der künftig zu erhebenden Elbzölle zu genießen. Man glaubt, sich der Hoffnung hingeben zu können, daß nach diesem Zugeständnisse Preußens, das sicherlich an manchen Orten nicht wenig überrascht haben wird, die Elbzoll-Frage auf der von der sächsischen Regierung angeregten und in den Dresdener Separat-Verhandlungen approbirten Basis bald nach Wiederaufnahme der Elbzoll-Conferenzen in Hamburg um die Mitte des October ihren Abschluß finden werde. Man erwartet, daß das kopenhagener Cabinet, welches bekanntlich bisher schon in der Elbzoll-Angelegenheit ein viel liberaleres Entgegenkommen als Hannover und Mecklenburg an den Tag legte, den neuen Vorschlägen seine Beistimmung nicht vorenthalten wird, daß man freilich in Hannover und Schwerin Anfangs die verlangten finanziellen Einbußen als zu groß darstellen nnd größere Ansprüche erheben wird, allein schließlich doch zu einer gütlichen Verständigung auf der jetzt gebotenen Basis sich verstehen wird, wenn es einmal nicht anders sein kann. Die hannovor'sche Regierung hat bei den früheren Verhandlungen immer besonderes Gewicht darauf gelegt, daß das österreichische Interesse am Elbverkehr jedenfalls in ganz besonderem Grade berücksichtigt werde. Eine günstigere Behandlung aber, als die Feststellung eines gleichmäßigen Normal-Elbzolles von 20 Pfennigen pro Centner, gleichviel,