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Intelligenz-Blatt

der freien MM Frankfurt, zS^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, /^jlgy^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.) '^^^^

â 233. DvMerstag den 2. October 1862.

Ueberblick der Ereignisse im Webiete der potttischen un- materiellen Interessen.

Frankfurt, 2. October. Ueber das numerische Verhältniß der Föderalisten und Consöderirten in Nordamerika stellt die Times eine Reihe von Betrachtungen an, die zu dem Ergebniß führen, daß der Kampf gleich von Anfang an durchaus kein ungleicher gewesen ist (wie die sentimentalen englischen Freunde des Südens glaubten und zu glauben affectirten) und daß die großen Waffenerfolge der Conföderation sich nicht nur aus ihrem größern Reichthum an geschulten Offizieren und dem kriegerischen Element unter der armen weißen Bevölkerung, sondern auch unbedingt ans ihrer numerischen Kraft erklären lassen. Früher sprach auch die Times regelmäßig von dem wunderbaren Geist und Muth eines Völkleins, das dem Norden gegenüber eine bloße Handvoll sei, heute jedoch ändert sie, aus nicht schwer zu errathenden Motiven, ihren Gesichtspunct, und rechnet folgendermaßen: Obgleich der Süden nur eine Bevölkerung von 9 Mill., der Norden aber eine von 20 Millionen hatte, waren die Südstaatler auf dem Schlacht­felde immer numerisch im Vortheile und wahrscheinlich hatten sie eine fast gleich große Streitkraft auf den Beinen. Wie erklärt man sich diese scheinbare Anomalie? Zu An­fang des Kampfes waren 7 Staaten ausgeschieden und 27 blieben, so vermuthete man wenigstens, der Union getreu, d. h. so lang der Streit mit Wort und Feder geführt wurde. Aber als der Norden gegen die Lostrennung zu den Waffen griff, änderte sich die ganze Lage. Die Consöderirten hatten 9 Millionen Seelen, aber die Föderalisten hatten keine 20 mehr. Die Grenzstaaten waren in ihrer Gesinnung getheilt und zwar weit mehr zu Gunsten des Südens als des Nordens. In diesem Augenblick ist Virginien durch und durch südstaatlich gesinnt; Tenneffee und Kentucky wimmeln von südstaatlichen Partei­gängern. Jackson's Armeen verstärkten sich nicht wenig durch Freiwillige aus Mary­land, die in die Reihen der südlichen Streiter traten, um der vom Norden angedrohten Conscription zu entgehen. Wir vermuthen, daß in diesem Augenblick die südlichen Heere ihre Rekruten aus einer mindestens eben so großen Volkszahl ziehen, als diejenige ist, auf die Mr. Lincoln rechnen kann. Die 29 Millionen der ehemaligen Union müssen wahrscheinlich so vertheilt werden, daß 12 Millionen auf den Norden, 9 auf den Süden und 8 auf die Mittelstaaten kommen. Aber wenn die letzteren ihren Schwerpunlt im Süden suchen, wie dies allen Anschein hat, so wird der Norden bald der schwächere von beiden Theilen sein. Die Conföderation hat wahrscheinlich in diesem Augenblick mehr als die Hälfte der Gesammtbevölkerung der Republik auf ihrer Seite, und wenn dieser Umstand auch die Grenzfrage beim Friedensschluffe verwickeln wird, so muß er jedenfalls gegen die Verlängerung des Kampfes entscheidend ins Gewicht fallen.