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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

JS 223. Samstag den 20, September 1882.

MT Abonnements auf Vas Jntelligenzblatt, Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten werden noch für dieses Semester täg­lich in der Expedition zu ermäßigtem Preise angenommen.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politische« un- materiellen Interessen.

Frankfurt, 20. September. (Zur Situation). Die Sternzeitung ver­öffentlicht den Wortinhalt der preußischen Antwortsnote an das dänische Cabinet vom 22. August deren Analyse schon früher den Weg in die Presse fand. Dieses Actenstück trägt einen sehr bemerkenswerthen Character und zieht die Folgerungen aus den Seitens Dänemarks gegen Deutschland 1852 eingegangenen Verpflichtungen mit einer Schärfe und einem Nachdruck, wie es bisher nicht geschehen ist. Namentlich ist darin darauf hin­gewiesen, daß Deutschland auf der Herzogthümer frühere Rechtsverhältnisse und An­sprüche, die von Alters her begründet waren, nur um den Preis der 1852 dafür ein­gegangenen Verpflichtungen Dänemarks verzichtet; daß ferner nur in den durch die letzteren gegebenen Bürgschaften die beiden deutschen Großmächte die Rechtfertigung für ihren Beitritt zum Londoner Protocoll finden konnten. Dies ist bisher der dänischen Regierung Seitens Preußens noch nicht so unzweideutig gesagt worden. Man mag jetzt in Kopenhagen erwägen, ob man durch fernere Nichtersüllung der Verpflichtungen von 1852 es dahin bringen will, daß Deutschlaud sich auf den Rechtsboden von vor 1848 stelle, sowohl was die Stellung der Herzogthümer zu einander und zur dänischen Monarchie, als was die Erbfolge betrifft. Die Folgen, die sich daraus für Dänemark ergeben, dürften doch eintretenden Falls sehr schwer ins Gewicht fallen. Jedenfalls bezeichnet die Note vom 22. August eine bedeutsame Wendung in dieser schon so lange erörterten Differenz. — Man ist noch ohne Nachricht über die Vorgänge in der letzten Conferenz- Sitzung über Serbien. Da jedoch zwischen der Pforte und den Großmächten eine Einigung über den Vermittlungs-Vorschlag erzielt ist, so dürften unter den obwaltenden Umständen, bei dem Mißgeschick der Montenegriner und der fehlgeschlagenen Hoffnung auf einen bulgarischen Aufstand, Volk und Regierung Serbiens sich zum Ziele legen, zumal die Türkei bereits erhebliche Truppenmassen zur Stelle hat. Allerdings würde selbst im Falle der Annahme Serbiens die Ausführung des Vermittlungs-Vorschlages, namentlich die Erweiterung des Glacis der Citadelle von Belgrad, viel Zeit erfordern und manche Weiterungen nach sich ziehen.