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ZnteHtaenz-BIatt

der freien Stadt Frankfurt.

verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, jf^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpsörtchen, Schlachthausgaffe 21.)

^Z 209. Donnerstag den 4. September 1862.

■——— ................„m. l|■■ll■■lH■■ ■■«■■■■■■■ b*.^^^ ^■■i——■■ ■ । । ■■■■ um ■^■Bl■■■^n■■■■■■— Neberbliek der Ereignisse im Gebiets der politischen und rnnteriellsn Interessen.

Frankfurt, 4. September. (Garibaldi und Italien.) Die Gefangennahme Garibaldi's erfährt die verschiedenartigste Beurtheilung, sagt das Frankfurter Journal: Dem Einen ist sie eine rettende That, dem Andern ein Schandfleck für Italien. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Die Unterwerfung Garibaldi's durch Waffengewalt war ein trauriger aber nothwendiger Schritt der italienischen Regierung. Denn auch nicht als Bedienter Napoleon's hat Ratazzi, wie man ihm vorwirft, gehan­delt, sondern weil er für Italien so handeln mußte, und als wahrer Patriot weder den offenen Ungehorsam gegen das Gesetz und den König dulden, noch es auf eine offene Feindschaft mit Frankreich ankömmen lassen durfte, welche unvermeidlich wurde, sobald er Garibaldi bis nach Rom zu kommen gestattete. Wir wissen aus eigener Anschauung, wie widerwillig Jedermann in Jalien die französische Politik erträgt; aber dennoch er­kennt man, daß bet alldem Frankreich der einzige Alliirte Italiens ist. Englands Hülfe ist fern und trügerisch — noch ferner stehen Preußen und Rußland. Verdammen wir also auch die französische Stellung in Rom, so müssen wir doch bekennen, daß das Ungewünschte, leider nicht unhaltbar und daß es thöricht ist, mit dem Kopfe gegen die Mauer zu gehen. In einem hochherzigen Gefühle und — sich täuschend über den Ernst der Warnung seines königlichen Freundes — wollte Garibaldi für Italien dön eisernen Würfel werfen. Er hat aber dabei nicht bedacht, daß Italien Eins noch nöthiger braucht als Rom: Einigkeit. Ohne Einigkeit wird es nie nach Rom kommen, selbst wenn Napoleon ab­ziehen wollte: am wenigsten nach dem ideellen Rom, der Italia una. Wer in Italien die Zwietracht nährt und dem Gesetze — ohne welches kein Gemeinwesen bestehen kann — Feindschaft erklärt, muß, trotz der aufrichtigsten Gesinnungen, vom Gesetz als ein Feind des Vaterlandes angesehen werden. Kein Land aber bedarf mehr als das durch Mißregierung und Psaffenthum lange Zeit herabgedrückte Italien der Gewöhnung an die Macht und die Nothwendigkeit des Gesetzes! Freilich wird man in Turin in nicht geringer Verlegenheit sein, wie man das Gesetz mit Garibaldi's Namen und Person vereinigen soll: Denn Garibaldi ist nach dem Maßstabe Anderer zu richten und zu strafen! und ebensowenig wie das Gesetz kränken und Undank üben kann, wird man die von Garibaldi getragene oder vertretene Idee scheinbar durch einen Richtspruch ver­dammen wollen! Es ist nicht leicht, aus diesem Dilemma zu gelangen, so leicht cs ist, in einseitiger Auffassung Tadel und Rath auszutheilen. Die Frage ist eine politische, keine rechtliche, deßhalb wird bei ihrer Beantwortung sehr viel auf Garibaldi selbst ankommen.