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der freien Stadt Frankfurt
verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staatsbehörden, M und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition; am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
J£ 201. Dienstag den 26. August
1862.
Ueberbliâ der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 26. August. (Lord Palmerston.) Die parlamentarische Session ist zu Ende und Lord Palmerston, der vielgeplagte greise Jüngling, kann sich jetzt einer verhältnißmäßigen Ruhe erfreuen. Allein allzu weit ist es mit dieser Ruhe auch nicht her; denn wiederholte Annahme von Adressen, Theilnahme an Festessen, Reden, die bet solcher Gelegenheit gehalten werden müssen, rc. rc., sind für einen auch noch so Rüstigen, der nicht weit davon ist, das 80. Lebensjahr zu erreichen, am Ende denn doch keine Kleinigkeit. Der unverwüstliche gute Humor und das noch immer in seinen Adern wallende jugendliche Blut helfen dem Premier über diese lästigen Geschichten weg. Dieser e ward ihm eine Huld gung in Dover dargebracht. Lord Palmerston begleitet seit ger Zeit den Ehrenposten eines Lord Warden der Cinque Ports, eines Wardeins der fünf Häfen. Die Cinque Ports, die fünf Häfen, liegen an der Südostküste Englands. Frankreich gegenüber, und sind Hastings, Romney, Hythe, Dover nebst Sandwich und Winchilsea nebst Rye. Die Maison Dien Hall in Dover, ein von Hubert de Burgh unter der Regierung des Königs Johann gegründetes und vor Kurzem mit bedeutenden Kosten restaurirtes Gebäude, enthält die Bildnisse vieler bedeutenden Männer, die zum Theil den Posten eines Wardeins der fünf Häfen bekleideten, darunter auch das des Herzogs von Wellington. Die Reihe dieser Portraits ist nun durch eines, welches von einem Künstler aus Dover, einem Herrn Morris, herrührt und den gegenwärtigen Premier, Lord Palmerston, in Lebensgröße darstellt, vermehrt worden. Der Minister ist in der Wardein-Uniform, einem blauen Rock mit scharlachrothem Kragen, abgebildet und trägt den Hosenband-Orden. Die Aufnahme dieses Gemäldes in das Gebäude gab Anlaß zur Ueberreichung einer Adresse von Seiten des Gemeinderaths an Lord Palmerston. In seiner Antwortsrede bemerkte der Premier unter Anderem: „Es wird eine Quelle großen Stolzes für mich sein, daß Sie es für passend erachtet haben, des Abbild der vergänglichen Persönlichkeit, welche jetzt die Ehre hat, zu Ihnen zu reden, in dieser alten Halle unter den Bildnissen jener ausgezeichneten Männer aufzustellen, welche das Amt bekleideten, das zu bekleiden ich jetzt die Ehre habe. Es muß fürwahr eine Quelle großer Freude für einen jeden Lebenden sein, das Gedächtniß an sich selbst in Verbindung mit den Erinnerungen an jenen hervorragenden und ausgezeichneten Mann, den Herzog von Wellington, gebracht zu sehen, von dem sich die Wahrheit sagen läßt, daß niemals, so lange die Welt steht, ein Mann zu finden ist, der dem Lande, welches ihn hervorbrachte, ja, wie ich wohl behaupten darf, ganz Europa größere Wohlthaten erwies."
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