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der freien Stadt Frankfurt

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, MM und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

JK 193. Samstag den 16. August

1862.

Ueberblick -er Ereignisse im Gebiete der politischen un- materielle« Interessen.

Frankfurt, 16. August. In dem Artikel Lagueronnière's über Frankreichs auswärtige Politik, die die zweite Nummer der France bringt, heißt es über die italie­nische Frage, zunächst in Bezug auf das englische Bündniß: „England gewährte Oester­reich seine moralische Unterstützung, als wir es bekämpften, und stachelte Italien auf, als wir, nachdem wir es befreit hatten, es zur Mäßigung bestimmen wollten. England wollte anfänglich nichts von der Unabhängigkeit Italiens wissen, und trieb es doch nachher zur Einheit; es machte ihm Mailand streitig und wollte ihm Rom ausliefern I Vor wie nach dem italienischen Krieg hat sich also die englische Politik von der französischen ge­trennt. Vor Magenta österreichisch, wurde sie nach Solferino garibaldinisch." Von diesem scheinbaren Widerspruch gibt Lagueronnière folgende Erklärung: „England wurde durch Triebfedern geleitet, deren es sich nie entäußert, und war von einem Mißtrauen beseelt, das es vielleicht als einen Theil seines Patriotismus betrachtet. Vor demFtalienischen Kriege nahm Oesterreich südlich der Alpen eine politische und militärische Stellung ein, die für England eine Sicherheit schien, weil sie für Frankreich eine Drohung war. Das erklärt, warum England ungeachtet der Aufregung in Parlament und Presse durch diplo­matische Mittel die Stellung Oesterreichs auf der Halbinsel aufrecht zu erhalten suchte. Als diese Stellung aber durch unsere Siege vernichtet war, und Frankreich nach dieser Seite hin seine Unabhängigkeit, wie sie von unseren größten Staatsmännern seit zwei Jahrhunderten angestrebt worden ist, wiederhergestellt hatte, da begünstigte England, seine Tactik, nicht aber seinen Zweck ändernd, die Einheit Italiens, um unmittelbar vor unsern Thoren eine maritime und militärisch mächtige Nation erstehen zu lassen, von der es hofft, daß sie einst sein Bundesgenosse werden solle. Dies ist das Geheimniß seiner Haltung.

Eine solche Politik konnte aber nicht umhin, ernste Folgen nach sich zu ziehen, ein­mal Italien gegenüber, das durch unaufhörliche Aufregungen zu extremen Schritten er- muthigt wird, und weiterhin Frankreich gegenüber, das, von seinem Alliirten in dieser Frage getrennt, sich in Europa isolirt fand. Was blieb der französischen Politik zu thun übrig? Die europäischen Mächte aufzufordern, das neue Königreich Italien auf Grund der Bedingungen und mit den Vorbehalten anzuerkennen, die für seine eigene Anerken­nung maßgebend gewesen waren. Dieses Resultat ist erreicht worden, und die guten Dienste des Kaisers Napoleon haben Rußland und Preußen dazu vermocht, ihre diplo­matische Beziehungen mit dem Turiner Cabinet wieder anzuknüpfen oder zu vervoll­ständigen.