Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
Jtë 161. Donnerstag den 10. Juli 1862.
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Ueberblèck der Greègnifse im Gebiete der poetischen und Materiellen Interessen.
Frankfurt, 10. Juli. (Zum französischen Handelsverträge.) Man weistnoch nicht genau, zu welchen Schritten die Münchener Handelsconferenz der Dele- girten von Bayern, Würtemberg, Hessen und Nassau führen wird. Es wäre jedoch sehr zu wünschen, daß diese Cabinette ihr Ohr sowohl dem Rabengekrächze einiger süddeutschen Monopolisten, als den goldenen Schmeicheleien der officiösen Wiener Presse verschließen möchten. Man scheint in gewissen Kreisen von der antiken Musik schutzzöll- nerischer Interessen und des großdeutschen Systems leider so bezaubert zu sein, daß man kein Gefühl mehr für jene ernsten Töne der Zukunftsmusik besitzt, die von naher Trennung des Zollvereins, von Jsolirung Süddeutschlands und von der Wiederherstellung jener verhaßten Mauthlinie klingen, welche Deutschland und besonders die südlichen Staaten in die unglücklichen Handelszustände des dritten Dezenniums unseres Jahrhunderts zu- rückbringen dürfte. Ist aber nun, fragen wir, in dem von Frankreich eingeschlagenen Vertrag ein solches Uebermaß von Forderungen enthalten, daß dessen Annahme schlimmer sein würde als alle jene traurigen Consequenzen? Ist der magere Ersatz, den man Süddeutschland seitens Oesterreichs zu bieten vermag, hinreichend, um dasselbe für den Verlust seines Absatzes in Norddeutschland, in Frankreich und in Belgien zu entschädigen? Handeln die vier süddeutschen Cabinette staatsmännisch, indem sie den Zollschutz trotz ihrer Koketterie mit der Handelsfreiheit zu derselben Zeit erhalten wollen, wo sie von Creirung liberalerer Formen unserer Bundesverfassung reden? Läßt sich im gleichen Momente in der Politik ein fortschreitendes und in Handelssachen ein reactionäres System ausführen? Sehen endlich die Feinde des Handelsvertrags nicht ein, daß sie der von der Natur begünstigten Position des mit Flüssen und Häfen gesegneten Norddeutschlands gegenüber ihre Länder von Tag zu Tag mehr verarmen sehen werden, wenn sie durch Zolllinien ihren Consnm daselbst zu Grunde richten, und dem französischen Handel eine desto größere Leichtigkeit gewähren, in diesen Emporien freie, von jeder Concurrenz gerade durch solche Schutzzollvolitik enthobene Factorien zu begründen? Sachsen, das doch seit 14Jahren mit Süddentschland und Oesterreich in allen politischen Fragen zysammenging, hat dse