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Intelligenz-Blatt

der freien Stadl Frankfurt, ^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

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Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberbliek der Ereignisse im Gebiete der politischen nn- materiellen Interessen.

Frankfurt, I.Juli. (Londoner Ausstellung) Am 21.Juni war der erste Samstag, an dem der Eintrittspreis von 5 Schilling auf die Hälfte herabgesetzt wurde und die Zahl der am Eingänge ihre Karten Lösenden belief sich auf 12,300, die der Saisonkarten-Besitzer auf 8306. Man hatte einen stärkeren Besuch erwartet, und es scheinen Diejenigen Recht zu haben, welche die Erfahrung gemacht haben wollen, daß Ausstellungen, Gallerien und öffentliche Belustigungsorte an Samstagen überall in Eng­land nur von den wohlhabendsten Klassen besucht werden. Unter den Gästen befand sich diesmal der lange angekündigte Prinz Napoleon, ^er mehrere Stunden im Gebäude zubrachte, und sich am längsten im Maschinenraum aufhielt. Ihn sowohl wie den gleich­zeitig anwesenden Pascha von Egypten schien am meisten Bray's Straßen-Lokomotive zu interessiren. Und in der That ist es ihr zum großen Theile zu verdanken, daß die Ausstel­lung pünktlich am 1. Mai hatte eröffnet werden können, da sie alle die schweren Maschinen- Objecte durch die Straßen Londons nach dem für sie bestimmten Anbau geschleppt hatte. Damit sich übrigens die zahlreichen eben anwesenden ausländischen Fachmänner von ihren Leistungen überzeugen können, wurde sie ins Freie geschafft und dampfte mit einer Ladung von 600 Zentnern hinaus in die Straßen, und weit hinaus über Berg und Thal, Pfla­ster und Macadam, wobei sie 3 Meilen pr. Stunde zurücklegte. Das hieß in der That die Probe gut bestehen, und alle sachkundigen Fremden, zumal die Russen, sprachen von dieser Maschine als einem der interessantesten Gegenstände der ganzen Ausstellung. In letzterer sind einige neue Kuriosa zu sehen, so z. B- ein kleiner Handspiegel und ein Stereoskopen'Träger aus Gold mit Edelsteinen besetzt, die der verstorbene Sultan Abdul Medschid beim Londoner Juwelier Emanuel für eine seiner Harem-Schönheiten bestimmt hatte. Die beiden kleinen Dingerchen kosten 15,000 Pf. St., und geben den Engländern, die sich stark mit der türkischen Finanzwirthschaft beschäftigen, reichen Stoff zum Nach­denken. Bemerkenswerth ist ferner eine Sammlung kurioser alter Taschenuhren (die Nürnberger Eier darunter), welche ein englischer Uhrmacher neben seinem Riesenuhrwerk aufgestellt hat,