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Zntelltaenz-Blatt der freien SIM Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

J£ 149. Donnerstag den 26. Juni

1862.

Ueberbiick der Ereignisse im Gebiete der politischen und msterieVen Interessen.

Frankfurt, 26. Juni. (Zur Situation.) Daß die letzten Kämpfe in Bel­grad von den Serben angezettelt wurden, gibt selbst die Temesvarer Zeitung zu. Un­richtig war die Nachricht, daß Fürst Michael nach Belgrad geeilt sei und dort die Ruhe wiederhergestellt habe. Fürst Michael befindet sich vielmehr zur Zeit noch in Topschider, und man will wissen, er wage sich gar nicht nach Belgrad, weil er es seinem eigenen Volke gegenüber nicht riskiren dürfe, zu einer Vermittlung mit den Türken die Hand zu bieten und eine andere Wahl ihm doch schwerlich von den Vertretern der Großmächte, insbesondere von dem angeblich sehr schroff zu Gunsten der Türken anftretenden eng­lischen Generalconsul, gelaffen würde. Der Waffenstillstand ist das Werk der fremden Consuln. Der serbische Minister Garaschanin ist bereits ebenfalls nicht im Stande, der Bewegung Herr zu bleiben. Er hat das Landvolk nach Belgrad gerufen und dieses hat sich beutegierig alsbald zur Plünderung der Stadt angeschickt, so daß das Standrecht hat proclamirt werden müssen und zwei Serben bereits erschossen wurden. Ueber den heutigen Stand der serbischen Armee entnehmen wir einem Blatte folgende Angaben: Nach einer im Juni 1860 erschienenen neuen Heeresorgansation sollte die reguläre Truppe aus drei Bataillonen Infanterie, einem Jägerbataillon zu sechshundert Mann auf dem Friedens- und tausend Mann auf dem Kriegsfuße, ferner aus zwei Schwadro­nen Reiterei, zwei Batterien Artillerie, einer Pionier- und einer Handwerkercom­pagnie nebst einem entsprechenden Jngenieurcorps und Generalstabe bestehen. Im Sep­tember 1861 beschloß die Skupschtina die Organisation einer Nationalarmee, welche aus folgenden fünf Commando's: 1) Drino-Save-Commando; 2) Süd-Morawa-Commando; 3) Timok-Commando; 4) östliches Morava-Commando und 5) westliches Morava- Com- mando, im Ganzen aus 45,844 Mann Infanterie, 2467 Mann Cavallerie, 1200 Mann Artillerie und 985 Pionieren, in zusammen 62 Bataillonen und 26 Schwadronen mit sechs Batterien bestehen soll. Mit seinem ersten Aufgebote ist Serbien vermögend 60,000 Mann in das Feld zu stellen. Diese Macht, die großentheils aus kriegerischen und abgehärteten Männern besteht, kann wie man behauptet, im Nothfall auf 150,000 Mann gebracht werden und würde zur Vertheidigung des mit Wäldern bedeckten und bergigen Landes ausreichen. Die Serben sind seit den Kämpfen dieses Jahrhunderts außerordentlich kriegerisch geworden, und ihre Tapferkeit gibt ihnen ein Selbstgefühl, das nicht minder in ihrer Wohlhabenheit und Genügsamkeit wurzelt. In der Emfach- Heit ihrer Lebensweise, in der Fähigkeit, Strapatzen zu ertragen, in dem Vertrautseist