Intelligenz-Blatt
der freien Stadl Frankfurt.
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, â^D-^^è^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. Fj|M^^
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
Jg 141. Dienstag den 17. Juni 1862.
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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete -er politischen un- materiellen Interessen.
Frankfurt, 17. Juni. Das „Journal des Debats" meldet, daß das Juniheft der Archives diplomatiques sämmtliche zwischen den Cabinetten von Wien, Berlin und Kopenhagen in Betreff Schleswigs gewechselten Noten mittheilen werde, und beginnt bereits damit, den Schluß der dänischen, an die Gesandten in London, Paris, Petersburg, Brüssel und Haag gerichteten Circular-Depesche vom 8. Mai dieses Jahres zu veröffentlichen. Derselbe lautet: Der Bundestag ist jetzt schon so weit gegangen, daß er eigenmächtig eine wirkliche Connexität zwischen dem öffentlichen Rechte Holsteins und Schleswigs aufstellen will, welches offenbar dasselbe sein würde, als wenn die Autorität des Bundes auf Theile der Monarchie ausgedehnt würde, die nicht zum Bunde gehören. Je weiter aber der Bund seine Forderungen hinsichtlich Schleswigs treibt, desto näher rückt er auch einem ohne Zweifel internationalen Gebiet, und je mehr er diese Forderungen mit der holsteinischen Frage vermengt, desto mehr rechtfertigt er selbst eine europäische Einmischung mit der Aufgabe, diesem Streit auf einmal ein Ende zu machen. Es ist leicht einzusehen, daß die Verhandlungen nicht lange werden fortgesetzt werden können, wenn sie nicht die Spur verlassen, auf welcher sie sich bisher bewegt haben. Es kann mit Deutschlands Interessen übereinstimmen, die Entscheidung dieser Lebensfrage Dänemarks zu verzögern, aber es ist von seiner Seite eine unberechtigte Forderung, daß letzteres seine ganze innere Entwicklung in Stillstand gerathen lassen soll m der Hoffnung, ein Resultat von „schwebenden Verhandlungen" zu erlangen, die nicht vorwärts schreiten, und die auf eine solche Weise geführt worden sind, daß man nur Bedenken tragen kann, zu sagen, Deutschland habe sie abgebrochen da es in der Wirklichkeit sie niemals ernstlich begonnen hat. Der Augenblick ist vielleicht nicht entfernt, wo die Regierung des Königs sich genöthigt sehen wird, eine Lösung auf anderem Wege zu versuchen. Und wenn dieser Augenblick kommt, sind wir fest überzeugt, daß die befreundeten Mächte, in welcher Weise die Lösung auch gesucht werden möge, sich der Bedingungen und Versprechungen erinnern werden, welche die am 29. Juli vorigen Jahres gethanen Schritte begleiteten, und daß sie Dänemark den Beistand gewähren werden, auf welchen wir in dem Falle hofften, daß die direkten Unterhandlungen nicht zu einem