Intelligenz-Blatt
der freien MM Frankfurt. XS^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, M^Mâ^W^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
^ 137. Donnerstag den 12. Juni 1862.
Heber bliif ber Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 12. Juni. Äm 7. und 8. Juni haben hier etwa vierzig Abgeordnete und andere politische Männer âs verschiedenen deutschen Staaten eine Besprechung gehabt. Den ersten Anlaß dazu hatte der Plan geboten, die Süddeutsche Zeitung von München nach Frankfurt zu verlegen und die hier erscheinende „Zeit" mit ihr zu verschmelzen. Da zur Entscheidung über diese Angelegenheit die Ausschüsse der beiden Blätter zusammentreten mußten und hierdurch hervorragende Mitglieder der Kammern von Bayern, Würtemberg, Baden und Preußen zusammengeführt wurden, so lag der Gedanke sehr nahe, diese politischen Elemente in der Weise zu ergänzen, daß Notable aus den verschiedenen deutschen Staaten, aus Süd und Nord Gelegenheit erhielten, sich über die gegenwärtige Lage der Dinge in Deutschland zu besprechen. Leider waren die preußischen Abgeordneten durch die bis Freitag spät fortgeführte Adreßdebatte verhindert worden, sich in größerer Zahl und allseitiger Vertretung der liberalen Fractionen an dieser Zusammenkunft zu betheiligen; dagegen hatten Bayern, Würtemberg, Sachsen, Hannover, Baden, Darmstadt, Nassau, Thüringen, Mecklenburg, Frankfurt und Bremen eine verhältnißmäßige Vertretung gefunden. Zuerst wurde nun in Betreff der beiden Blätter von den Betheiligten beschlossen, daß die Verschmelzung derselben nothwendig sei und daß die Süddeutsche Zeitung vom 1. Juli ab, herausgegeben von Karl Brater und August Lammers, in Frankfurt erscheinen solle. Die größere Versammlung erkannte die Wichtigkeit dieser Maßregel an, und von verschiedenen Seiten wurde mit Nachdruck auf die Bedeutung einer solchen Fusion für die liberalen Parteien in ganz Deutschland hingewiesen, da die Süddeutsche Zeitung (ohne die bayerischen Angelegenheiten aus den Augen zu verlieren) nicht die Interessen eines besonderen Landes, sondern die gemein- amen Aufgaben der liberalen' Mnd nationalen Partei des gesammten Vaterlandes ordern werde. Die Versammsting trat hierauf, nachdem sie dem Gründer und bisherigen Leiter der Süddeutschen Zeitung ihren Dank ausgesprochen hatte, diesen Aufgaben selbst näher. Die Einladung war von dem Gedanken ausgegangen, daß eine persönliche Verständigung unter den Abgeordneten aller liberalen Fractionen aus allen deutschen Kammern für die Vertretung der gemeinsamen Jntereffen in den einzelnen Kammern von großem Werth sein werde. Dieser Gedanke und der Vorschlag, die nothwendigen Vorkehrungen zur Veranstaltung periodischer Zusammenkünfte zu treffen, wurde von allen Seiten mit lebhaftester Zustimmung ausgenommen; ebenso einstimmig sprach man sich dahin aus, daß die Mitglieder aller liberalen Frac-