Truppen sollten im Innern des Landes coucentridt werden, den alliirten Truppen wurde erlaubt, um der tödtlichen Hitze des von Morästen umgebenen Veracruz zu entgehen, einige Stunden weiter im Innern des Landes, im Gebirge, ihre Lager auszuschlagen. Ebenso wurde stipulirt, daß im Falle des nicht glücklichen Ausganges der Conferenz, d. h. bei der wirklichen Aufnahme von Hostilitäten, die verbündeten Truppen wieder nach Veracruz zurückgehen müßten, und endlich wurde bestimmt, daß in der Zwischenzeit die mexicanische Fahne neben der der Verbündeten auf den Wällen von Veracruz aufgepflanzt werden sollte. Dieser Vertrag von Soledad wurde zugleich nach Madrid, London und Paris zur Ratification gesendet und die alliirten Truppen bezogen sogleich die gesünderen Positionen im Gebirge Mexico's. Als nun der Vertrag nach Europa kam, rarificirten ihn die Cabinette von London und Madrid auf der Stelle, ohne erst Frankreich zu befragen, England scheint bei dieser Gelegenheit namentlich wieder seine eigenen engherzigen Interessen vor Allem zu Rathe gezogen und jede Rücksicht auf seinen Alliirten bei Seite gesetzt zu haben , während die entschiedenere französische Regierung von ihren Alliirten, auf eine nicht zu begreifende Weise im Stiche gelassen, diesen Vertrag als ein Produkt politischer Schwäche verwarf und ihrem Generale den Befehl ertheilte, sogleich auf Mexico loszumarschiren. Wir fragen nun, ob Frankreich gegen Recht und Politik gefehlt hat, indem es neue Conferenzen verwarf, nachdem die seit 20 Jahren abgehaltenen immer vergeblich waren und stets mit neuen Unterdrückungen und Erpreffungen gegen französische Unterthanen geendet haben? Wir fragen, ob der allseitig eingegangene Vertrag von London neue zwecklose Conferenzen oder vielmehr ein militärisches Sorgern bestimmte? Wir fragen, ob es klug gewesen wäre, eine Transaction zu ratificiren, die offenbar von mexicanischer Seite nur den Zweck hatte, die verbündeten Truppen bis in die heiße Jahreszeit in Unthätigkeit zu lassen, um ihnen dann einen gefährlichen Feldzug nicht gegen die mexikanischen Kanonen, sondern gegen das mexicanische Fieber und gegen die mexicanische Sonne zu bereiten? Wir fragen, ob General Prim, deffen Gattin in Mexico die Fäden dieser Intriguen leitete, berufen war, in einem, an einen sogenannten Freund gerichteten Briefe, über die „vertragsbrüchige Politik" Napoleons herzufallen und was man sagen würde, wenn der französische General oder Admiral einen solchen Brief gegen die Königin von England oder von Spanien gerichtet hätte? Seit wann, fragen wir, sind bie" Df stetere einer Regierung beauftragt, in der Presse Politik für sich zu treiben? Und ist nicht ein solches Auftreten der sicherste Beweis des unregelmäßigen und discipliniosen Vorgehens des radikalen spanischen Feldherrn in der mexikanischen Frage? Die eben bezeichneten Standpunkte beweisen hinlänglich, auf welcher Seite das Recht, die Geradheit und die Vorsicht sich befunden haben. Es versteht sich übrigens von selbst, daß die französischen Truppen erst nach Veracruz wieder zurückgekehrt sind, ehe sie den Feldzug begonnen. Ebenso liegt es auf der Hand, daß es der französischen Regierung nicht eingefallen ist, die Candi- datur des Erzherzogs Max den Mexikanern anzuempfehlen. Wahr ist es aber, daß die honetten Leute, der Handel, die Besitzenden, kurz jene Partei, die man in Mexiko „Cri- nolino" nennt, weil ihre Frauen sich europäisch kleiden, längst der Tyrannei einiger anarchischer Parteigänger und einer zügellosen, schlecht bezahlten Armee müde sind, und sich nach einer festen, regelmäßigen Regierung sehnen; wahr ist es, daß einige exilirte Chefs der mexikanischen Wigh's mit der französischen Armee zu gleicher Zeit in Veracruz gelandet sind, und daß diese letztere gerade keine Mission hat, diese Chess vom mexikanischen Gebiete zu vertreiben, um ihrem beiderseitigen Feinde eine Gefälligkeit zu erzeigen. Mexiko gehört allen Mexikanern und in Kurzem wird eine allgemeine Volksabstimmung die Wünsche der Nation constatiren und den französischen, sowie allen anderen europäischen Eingesessenen die Hoffnung geben, in Zukunft von einem besseren und festeren Regimente beschützt zu werden, als es bisher von den Räuberbanden des Juarez und Cynsorten stattgefunden hat."
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